Martin Neuffer

Nein zum
Leben

Ein Essay

 

 

1992 im

Fischer-Verlag

Originalausgabe

 

1992   *1924

120 Seiten 

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Start Neuffer 

Umweltbuch   Psychobuch

Bevölkerungsbuch

1990-Buch   Endebuch

Antinatalismus

Neuffer-1982

Schopenhauer 1862

Heinz Friedrich  Rolle der
Kultur bei der Menschwerdung

Hans Jonas  wird zitiert

Horstmann  1983  

Lütkehaus - Nichts  

Weinzierl zu Vatikan und Geburten

Löbsack zu Vatikan und Geburten

Horstmann 1991

Gruhl 1992 zu Einwanderung

Fuller 1993

Hiller-1994

Lauterburg 1998

Benatar 2016

 

detopia-2024: Aktuell und kurz und knapp

 

 

Inhalt

1  Nein zum Leben - ein zulässiges Urteil (9)

2  Gründe für ein Nein (21)

3. Die Todesbestimmtheit (26)

4. Die Glücks- und die Leidensbestimmtheit (37)

5  Die Tötungsstruktur der organischen Systeme (46)

6. Individuelle und kollektive Isolation (49)

7. Perspektivlosigkeit der Evolution (58)

8. Das ethische Versagen der Menschen (61)

9  Das politische Versagen der Menschen (75)

10. Der Menschheit ein Ende setzen (87)

11  Empfängnisverhütung und Abtreibung (94)

12. Selbstmord (103)

13. Sterbehilfe (119)

14. Schlussbemerkung (123) 

Literaturverzeichnis (127-127)

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Literaturverzeichnis auf Seite 127

  • Albertz, Heinrich: Am Ende des Weges, München 1989

  • Amery, Jean: Hand an sich legen, Stuttgart 1976

  • Dörner, Klaus: Tödliches Mitleid, 1988, dnb Buch, siehe unten

  • Erben, Heinrich K.: Leben heißt Sterben, FaM 1984

  • Hegselmann / Merkel (Hg.): Zur Debatte über Euthanasie, 1991

  • Hoerster, Norbert: Abtreibung im säkularen Staat, 1991

  • Johannes Paul II., zitiert nach FAZ Nr. 293/1990

  • Jonas, Hans: Das Prinzip Verantwortung, 1984

  • Jonas, Hans: Mitleid allein begründet keine Ethik  Gespräch in: DIE ZEIT Nr. 35/1989

  • Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland und Sekretariat der
    Deutschen Bischofskonferenz (Hg.):
    Gott ist ein Freund des Lebens,
    Paulinus-Verlag, Trier 1989, dnb Buch > Inhalt pdf

  • Leist, Anton: Um Leben und Tod, FaM 1990

  • Sass, Hans-Martin, (Hg.): Medizin und Ethik, Stuttgart 1989

  • Singer, Peter: Praktische Ethik, Stuttgart 1984

  • Willemsen, Roger: Der Selbstmord, Köln 1986

  • Winau / Rosemeier (Hg.): Tod und Sterben, 1984

Über das Buch

  • Der Autor stellt das positive gesellschaftliche Werturteil über die menschliche Existenz in Frage.

  • Weder aus religiöser Offenbarung noch aus philosophischer Einsicht läßt sich seiner Ansicht nach ein Gewolltsein des Lebens ableiten,
    das die Zustimmung des Menschen zu seinem eigenen Dasein zwingend erfordert.

  • Dagegen führt der Autor eine erhebliche Anzahl von Gründen an, die ein entgegengesetztes Urteil tragen können:
    daß es nämlich besser wäre, es gebe die Menschen nicht.

  • Zu dieser - auch der abendländischen Geistesgeschichte nicht fremden - Minderheitenposition bekennt sich der Verfasser in einer eigenen Lebensbilanz.

  • Aus der generellen Unzumutbarkeit des Menschseins folgert er, daß die Weitergabe des Lebens an neue Generationen nicht verantwortbar sei.

  • Wenn dies seit jeher gültig war, um wie viel relevanter wird, so der Autor, eine solche Absage in der gegenwärtigen Epoche, die gezeichnet ist von globalen Katastrophen, die von der Menschheit eingeleitet werden.

  • Die individuellen Selbstbestimmungsrechte des sein Leben verwerfenden Individuums stehen im Mittelpunkt des Buches.
    Sie sind ein engagierter Protest gegen die vielfältigen repressiven gesellschaftlichen Praktiken anmaßender Bevormundung, mit denen Lebensunwilligen die Realisierung ihrer Entscheidung erschwert oder unmöglich gemacht wird.

  • Das Grundrecht darauf, nicht leben zu müssen, wenn man nicht leben will, müsse erst noch durchgesetzt werden.

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    wikipedia  Melencolia_I   Holzschnitt von A. Dürer


Warum lebt der Mensch? / Weil seine Eltern ihn gezeugt haben, / seine Mutter ihn geboren hat.
Das kann doch nicht alles sein. / Das ist jedenfalls alles, was wir wissen.

Wozu lebt der Mensch? / Zum Sterben.
Das kann doch nicht alles sein. / Das ist jedenfalls alles, was sicher ist.


Ein Leser aus Deutschland - 2011 auf amazon:  Den meisten Menschen gibt das Leben keine Chance, es zu bewerten. Sie müssen nämlich erst darum kämpfen. Doch wer nach reiflicher Überlegung eine negative Lebensbilanz zieht, wird nicht mit Verständnis rechnen dürfen. Martin Neuffer kann plausibel argumentieren, warum die Evolution als ein mörderischer Vorgang betrachtet werden kann. Ebenso lässt sich auch unter der Annahme, unser Leben sei gewollt, keine Pflicht zum Leben ableiten.


wikipedia  Anthropodizee   Der Begriff Anthropodizee (‚Mensch‘ und ‚Gerechtigkeit‘) ist eine relativ junge Wortschöpfung, angelehnt an den älteren Begriff der Theodizee. In der philosophischen Literatur findet er sich kaum vor Mitte des 20. Jahrhunderts.  Wer um eine Theodizee bemüht ist, fragt nach einer Rechtfertigung Gottes – seiner Handlungen und Unterlassungen – in Anbetracht der Übel in der Welt.  Wer um eine Anthropodizee bemüht ist, fragt nach einer Rechtfertigung des Menschen in Ansehung menschenverursachter Übel.


epdf.pub/nein-zum-leben-ein-essay.html  Volltext


Im Lit-Verzeichnis: Klaus Dörner : Tödliches Mitleid - aus DNB:  dnb Buch

 

Dieser Titel erscheint als Neuausgabe in der Edition Jakob van Hoddis im Paranus Verlag der Brücke Neumünster. "Tödliches Mitleid“ erschien 1988 erstmalig und dann in zwei weiteren Auflagen im Verlag Jakob van Hoddis in Gütersloh, der von Klaus Dörner und seinem Team 1986 gegründet wurde. Es ist wohl die wichtigste und zugleich persönlichste sozialgeschichtliche Analyse der Bedingungen, die die Massenvernichtung der „Gemeinschaftsfremden“ im Nationalsozialismus ermöglichten.

„Und wir heute? Wenn nicht alles täuscht, wird sich die Soziale Frage in der nächsten Zeit für uns ein weiteres Mal zuspitzen. Und wenn nicht alles täuscht, ist in uns allen zumindest als Möglichkeit das, was ich als entscheidende Absicht der Nationalsozialisten beschrieben habe, in Logik und Ethik durchaus weiterhin lebendig. Wir werden im Jahre 2030 nicht mehr nur die Zwei-Drittel-Gesellschaft haben, sondern bereits die Ein-Drittel-Gesellschaft. Ich werde dann durch meine Arbeit ständig zwei weitere Menschen, überflüssige Esser, Ballastexistenzen durchzufüttern haben, obwohl meine Arbeit durch weitere Qualifizierung schwieriger, verantwortlicher, intensiver und daher anstrengender und stressvoller sein wird. Einem Drittel der dann noch industriell brauchbaren Volksgemeinschaft werden zwei Drittel Gemeinschaftsfremde gegenüberstehen. Ist es da verwunderlich, wenn heute zur Weichenstellung, zur Vorbereitung auf die Lösung dieser kommenden Probleme, ähnlich wie 1890 und wie in der NS-Zeit, wieder die Ethik des Rechts auf den eigenen Tod die öffentliche Meinung prägt?“

Ergänzt wird diese komplett überarbeitete und erweiterte Neuausgabe um den 1933 erschienenen Beitrag von Dr. phil. Dr. jur. Rudolf Kraemer: „Kritik der Eugenik – Vom Standpunkt des Betroffenen“ – ein wirklich erstaunliches, lange unbekannt gebliebenes Dokument.

Inhalt:
1. Einleitung: Der Pannwitz-Blick    2. Meine NS-Geschichte   3. Unsere Industrialisierungsgeschichte   4. Die Medizinisierung der Sozialen Frage   5. Die Heilbarkeit der Sozialen Frage  

6. Therapeutisches Töten als Endlösung der Sozialen Frage  7. Es ist taktisch-opportun, für das Leben zu sein   8. Gehn wir Behinderte vergiften im Heim   9. Bis auf weiteres: zwei Ethiken  

10. Notwendige Ergänzungen von Fredi Saal   11. Anmerkungen und Literatur

12. Erste Fortschreibung August 1989   13. Zweite Fortschreibung März 1993    14. Dritte Fortschreibung Mai 2002

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Und endlich bring' ich euch die gute Kunde, 
bezeugt von dem, was ist, zu jeder Stunde,
    die frohe Botschaft, die euch helfen soll:

Es ist kein Gott — uns quält kein Teufel dieses Namens, 
der uns erschuf zum Zweck geheuchelten Erbarmens
    und dem vor Arglist schier die Galle überquoll.

Nur kurzes Erdendasein ist uns aufgeladen, 
den Grabesfrieden sichern Wurm und Maden;
     wir schlafen ein und werden nie mehr wach;

von uns bleibt nichts, das unverweslich wäre, 
vielmehr zerfällt des Leibes Erdenschwere 
      und mischt sich neu zu Pflanzen, Tieren - tausendfach. 

So geht's vorbei, und unser elendes Geschlecht 
verschwindet einst und überläßt in dem Geflecht
      des Lebens seinen Platz bald selber ausgewischten Wesen;

Äonen hatten niemals von dem Menschen Kunde, 
Äonen geh'n ins Land nach unserer Stunde,
    auf Mammutknochen kann man unser Schicksal lesen.

Im Weltall steckt kein Segen, steckt kein Fluchen, 
als gut und böse läßt sich nichts verbuchen,
   es ist, wie's muß, ohne die kleinste Wahl;

ein tiefer Abgrund unserm Sinnverlangen, 
das Antwort sucht und doch von Nacht umfangen
   nur irre träumt von seinem großen Baal.

 

 detopia:    wikipedia  James Thomson *1834  vgl auch bei Horstmann-1991

 

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Martin Neuffer -  Nein zum Leben - Ein Essay 1992 - im Fischer-Verlag, 120 Seiten - Originalausgabe - Einzige Ausgabe