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Der Henker von Paris  - Charles Henri Sanson

wikipedia  Charles Henri Sanson  *1739 in Paris bis 1806 (67)   Die Porträtzeichnung dort vom Henker ist nachträgliche Fantasie.

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Vorgänger: Charles-Louis, Carles, Charles-Jean-Baptiste

Nachfolger: Henri, Henri-Clement


projekt-gutenberg   sanson/henker1/chap012.html    Tagebücher, Volltext

Henri-Clément veröffentlichte 1862/63 eine von ihm verfasste Geschichte der Henkersfamilie Sanson seit 1688.
Angeblich verwendete er dafür vor allem die Aufzeichnungen seines Großvaters Charles-Henri aus der Zeit der Revolution.
Dessen angebliche Tagebücher sind jedoch nicht erhalten.
Tatsächlich geht das Werk auf angebliche Memoiren von Charles-Henri Sanson zurück, die 1829 (23 Jahre nach seinem Tod) publiziert wurden.
Diese sind im Wesentlichen fiktional, wie auch die Familienchronik von 1862/63.

dnb  Tagebuecher Henker Paris

Die "Memoires des Sanson" sind angeblich vom letzten männlichen Spross der Sippe, dem Scharfrichter Henri-Clement Sanson, "geordnet, verfasst und veröffentlicht", lassen aber durch zahlreiche stilistische Brüche, kitschig-sentimentale Ein- und Ausfälle und manche Unglaubwürdigkeit erkennen, dass es sich bei diesen Aufzeichnungen um die - vermutlich lustbetonte - Anstrengung mehrerer früher Ghostwriter handelt, denen Henri-Clement das Familienarchiv und -museum zugänglich gemacht hat. Bei mancher Hinrichtung leidet der monarchistisch gesinnte Sanson - im doppelten Wortsinn "Henker des Königs" - Qualen, die sich in den folgenden Monaten fortsetzen: In der Blütezeit des Amtes exekutieren Sanson der Große, sein Sohn und seine Brüder einer Angabe zufolge in 502 Tagen 2632 Personen; zwischen dem 14. Juli 1789 und dem 21. Oktober 1796 werden an die 3000 Menschen in Paris hingerichtet (ab April 1792 durch die Guillotine). Vor dem Hintergrund der in der Revolution einschneidenden sozialen Veränderungen verkehrt sich die vom Scharfrichter anfangs begrüßte Rationalisierung im Geschäft der Hinrichtung zu einem Akt der Züchtigung, die den Scharfrichter selbst trifft. Im vorrevolutionären Frankreich hatte sich das Selbstbewusstsein des Scharfrichters auf die Verordnung von 1670 gestützt, die als Strafen "Tod, Folter unter Vorbehalt der Beweise, Galeere auf Zeit, Peitsche, öffentliche Abbitte, Verbannung" nennt. Als ausführendes Organ war der Scharfrichter an fast allen genannten Strafen beteiligt, allein verantwortlich aber bei allen Formen der Todesstrafe. Sanson rechnet aber auch mit der Schreckensherrschaft der französischen Revolution ab. Das Buch ersetzt weitgehend eine Geschichtsstunde.


dnb  Cueni Henker Paris   2013, ca 400 Seiten:

Charles-Henri Sanson fühlt sich zum Arzt berufen. Doch auf seiner Familie lastet ein Fluch, der ihm bereits in der Schule zum Verhängnis wird: Man erkennt ihn als Sohn des Henkers, eine medizinische Laufbahn bleibt ihm verwehrt, er muss in die Fußstapfen seines Vaters treten. Töten statt heilen. Sanson wird zum Gefangenen seines Schicksals, die Qualen der Todeskandidaten werden zu seinen eigenen. Tagsüber richtet er auf dem Schafott, abends spielt er Klavier, und nachts seziert er die Leichen, um die menschliche Anatomie zu erforschen. Während der Terrorherrschaft im Gefolge der Französischen Revolution guillotiniert 'Monsieur de Paris' über 3000 Menschen. Die Stadt ertrinkt im Blut, und Sanson verliert allmählich den Verstand. Verzweifelt sucht er nach Menschlichkeit und Anerkennung. Die Liebe einer Siamesin, die er gleichwohl nicht heiraten darf, gibt ihm Halt. Bis sie selbst auf die Todeslisten der Revolutionäre gerät. Claude Cuenis Roman ist eine ebenso beklemmende wie packende Charakterstudie über den berühmtesten Henker der Geschichte.

cueni.ch  Der Henker von Paris 

wikipedia  Claude Cueni *1956 in Basel

Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 2008 erkrankte Cueni 2009 an Leukämie und ist seitdem in Behandlung. Sein autobiografischer Roman Script Avenue thematisiert die Ereignisse und wurde 2014 von den Zuschauern des Schweizer Fernsehens mit dem „Golden Glory“ für die „berührendste Geschichte des Jahres“ ausgezeichnet. Das Schweizer Fernsehen drehte 2016 über ihn die Dokumentation Selbstmitleid ist Zeitverschwendung. Cueni hat einen Sohn aus erster Ehe und ist seit 2010 mit Dina Ariba verheiratet.

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