Rachel Carson
Der stumme
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wikipedia Autorin *1907
in
1962 380+40 Seiten detopia C.htm |
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Es war einmal eine Stadt im Herzen Amerikas, in der alle Geschöpfe in Harmonie mit ihrer Umwelt zu leben schienen. Die Stadt lag inmitten blühender Farmen mit Kornfeldern, deren Gevierte an ein Schachbrett erinnerten, und mit Obstgärten an den Hängen der Hügel, wo im Frühling Wolken weißer Blüten über die grünen Felder trieben. Im Herbst entfalteten Eiche, Ahorn und Birke eine glühende Farbenpracht, die vor dem Hintergrund aus Nadelbäumen wie flackerndes Feuer leuchtete. Damals kläfften Füchse im Hügelland, und lautlos, halb verhüllt von den Nebeln der Herbstmorgen, zog Rotwild über die Äcker. Den Großteil des Jahres entzückten entlang den Straßen Schneeballsträucher, Lorbeerrosen und Erlen, hohe Farne und wilde Blumen das Auge des Reisenden. Selbst im Winter waren die Plätze am Wegesrand von eigenartiger Schönheit. Zahllose Vögel kamen dorthin, um sich Beeren als Futter zu holen und aus den vertrockneten Blütenköpfchen der Kräuter, die aus dem Schnee ragten, die Samen zu picken. Die Gegend war geradezu berühmt wegen ihrer an Zahl und Arten so reichen Vogelwelt, und wenn im Frühling und Herbst Schwärme von Zugvögeln auf der Durchreise einfielen, kamen die Leute von weither, um sie zu beobachten. Andere kamen, um in den Bächen und Flüssen zu fischen, die klar und kühl aus dem Hügelland strömten und da und dort schattige Tümpel bildeten, in denen Forellen standen. So war es gewesen, seit vor vielen Jahren die ersten Siedler ihre Häuser bauten, Brunnen gruben und Scheunen errichteten. Dann tauchte überall in der Gegend eine seltsame schleichende Seuche auf, und unter ihrem Pesthauch begann sich alles zu verwandeln. Irgendein böser Zauberbann war über die Siedlung verhängt worden: Rätselhafte Krankheiten rafften die Kükenscharen dahin; Rinder und Schafe wurden siech und verendeten. Über allem lag der Schatten des Todes. Die Farmer erzählten von vielen Krankheitsfällen in ihren Familien. In der Stadt standen die Ärzte immer ratloser den neuartigen Leiden gegenüber, die unter ihren Patienten auftraten.
Audio Audio 2012 - 50 Jahre Klassiker der Umweltliteratur (Andruck, Ulmenkäfer, Georg Ehring) Audio 2014 - Vor 50 Jahren starb R. Carson (Nachruf) Audio 2017 - Unsere Vögel (Von Berthold/Kaiser) Audio 2022 - 5min dlf - Vor 60 Jahren Text 2013 Der stumme Abschied der Singvögel heise 2013 2006 Der stumme Frühling droht telepolis 2006 2019 dlf - rachel-carson-magie-des-staunens-vogelgesang 2019 2019 dw.com/de/vogelsterben-in-den-usa-und-kanada 2019, Deutsche Welle 2019 deutschland rachel-carson-magie-des-staunens-vogelgesang-statt-100.html 2022 dlf rachel-carson-stumme-fruehling-ddt Audio - 5 min 2014 deutschlandfunk.de/biografie-ueber-rachel-carson-die-mutter-aller-oekos-100.html www wikipedia Rachel_Carson_Center_for_Environment_and_Society wiki eng Carson wiki Silent_Spring wiki The_Sea_Around_Us wiki The_Edge_of_the_Sea wiki Under_the_Sea_Wind
Inhalt - 2019 - Beck Der Watvogel. Das Vermächtnis von Rachel Carson - Vorwort von Jill Lepore (7) 1. Ein Zukunftsmärchen (27) 2. Die Pflicht zu erdulden (30) 3. Elixiere des Todes (41) 4. Oberflächengewässer und unterirdische Fluten (69) 5. Das Erdreich (85) 6. Das grüne Kleid der Erde (97) 7. Unnötige Verwüstung (124) 8. Und keine Vögel singen (144) 9. Der Tod zieht in die Flüsse ein (177) 10. Gifte regnen vom Himmel (208) 11. Das übertrifft die kühnsten Träume der Borgias (232) 12. Der Preis, den der Mensch zu bezahlen hat (247) 13. Durch ein schmales Fenster (262) 14. Jeder vierte (285) 15. Die Natur wehrt sich (316) 16. Das erste Grollen einer Lawine (338) 17. Der andere Weg (354) Dank (381) Literaturverzeichnis (383) Namen- und Sachregister (415)
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detopia :
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Lesebericht
2007: So wichtig wie am ersten Tag -- Lesebericht von K. Beck aus Duisburg
Für die meisten Menschen, die sich mit der Geschichte des Umweltschutzes beschäftigen, ist dies das Buch, das diesen Begriff in der breiten Öffentlichkeit überhaupt erst publik gemacht hat. Dabei konzentriert sich die Autorin auf den Bereich der Schädlingsbekämpfung durch den Einsatz chemischer Mittel. Minutiös weist sie nach, dass der Einsatz dieser Gifte in vielerlei Hinsicht nicht ihr erklärtes Ziel erreichen.
Dabei geht es zunächst darum, warum überhaupt gesprüht wird und warum die dafür gefundenen Gründe nicht wirklich nachvollziehbar bzw. gelogen sind. Im nächsten Abschnitt wird dann auf die Geschichte und Entwicklung der chemischen Insektizide seit 1945 eingegangen, wobei auch ausführlich auf die molekularen Zusammensetzungen und die Wirkungskreisläufe der fraglichen Mittel hingewiesen wird.
Dies ist zum Teil heutzutage Mittelstufenchemie - sofern man genug Chemielehrer findet - aber zu Beginn der 60er Jahre waren diese Kenntnisse teilweise noch so neu, dass man sie nicht mal unbedingt bei allen Medizinern voraussetzen konnte.
Im Folgenden werden die verschiedenen Bereiche beschrieben, die von Giftsprühaktionen betroffen werden, angefangen beim Oberflächenwasser und unterirdischen Flüssen, dem Erdreich, die Vegetationsdecke, die Luft und die Flüsse.
Dabei weist sie immer wieder auf ältere, wirksamere und oft auch wesentlich billigere Methoden zur Schädlingsbekämpfung hin, die anstelle der neueren chemischen Methoden anwendbar gewesen wären. Die gegebenen Beispiele stammen in der Regel aus den USA - Deutschland und Großbritannien werden hier gelegentlich als positive Gegenbeispiele vorgestellt - wo solchen Aktionen durch die Bundesbehörden angeleiert und durchgeführt werden.
In weiteren Kapiteln werden die Probleme der Mischvorkommen von Insektiziden und anderen Giften angesprochen - die ja auch im Moment die EU-Nahrungskontrolleure bewegt. Die meisten Giftverordnungen und - untersuchungen beschäftigen sich in der Regel nur mit Grenzwerten für Einzelsubstanzen und selten mit Gemischen dieser Stoffe, die eine toxische Wirkung noch potenzieren können.
Neben toxischen Wirkungen geht Frau Carson auch noch auf die karzinogene Wirkung vieler Stoffe ein und auf die Geschwindigkeit, mit der gerade die Insekten, die man loswerden will Resistenzen gegen Giftstoffe bilden - anders als deren Freßfeinde, so dass man nach einer Sprühaktion oft mehr Schädlinge vorfindet als davor.
Am Ende zeigt sie noch auf, wie die Selbstregulierungskräfte der Natur die Zahl der Schädlinge in der Regel gering halten und wie man sich dieses Vorgehen bei der landwirtschaftlichen Arbeit zum Vorbild nehmen kann. Ein grundlegendes Buch für den Umweltschutz, das auch heute noch wichtige Teilbereiche aufzeigt, die noch vernachlässigt werden.
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