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Carl Amery

Von deutlicher Rede

aus der Leseprobe des Verlages

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Die Absicht dieses Buches ist schlicht Aufklärung; Aufklärung über Tatbestände des Reichtums, die für das Weiterleben der Menschheit so wichtig, so krisenhaft wichtig sind wie nie zuvor.

Dabei ist allen, auch den Autorinnen und Autoren der folgenden Texte, hinlänglich klar, dass solche Aufklärung nur in sehr begrenztem Maße möglich ist. Zwar ist es dem Reichtum gelungen, sich und seine Wachstumsmethoden seit der Implosion des Sowjetsystems für schlechthin naturwüchsig zu erklären; dennoch haftet ihm, ob er dies bewusst will oder nicht, der zwanghafte Drang zur Verschleierung an. Statistische Reichtums-Erhebungen werden, wenn sie ehrlich sind, immer von verschämten Fußnoten begleitet, die solche Verschleierung wenigstens teilweise zugeben; vor allem die Schleppe von Privilegien, die der Reichtum mitschleift, lässt sich gar nicht in Einzelstränge aufdröseln.

Ein Ahnherr der deutschen Soziologie, Georg Simmel, weist auf die hübsche Doppelbedeutung des Wortes »Vermögen« hin: Allein das Bewusstsein, etwas über das Übliche hinaus zu »vermögen«, nennt er ein superadditum, also ein Obendrein-Geschenktes,das eben nur dem Reichen vergönnt ist und seinen Lebens-Spielraum erweitert. Und das entzieht sich (zusammen mit kostenlosem Dienstwagen, Opern-Abonnement, Golfclubgebühren, Hotelrechnungen et cetera) jeder exakten Erfassung. Wenn man alte Geschichten liest, etwa die des Ersten Testaments, sah der Reichtum zunächst gar nicht so übel aus; spiegelte, wenn man will, den Reichtum der nicht-menschlichen Schöpfung wider, deren Buntheit und Fülle (nach Thomas von Aquin) das Gutsein des Schöpfers bekundet.

Die lebendige Welt war zunächst Allmende, Allgemeingut, Commons; und der Reichtum der Patriarchen nahm ja wenig oder nichts von diesen allgemein geschenkten Ressourcen der Erde weg. Die Weinberge, die Äcker, die Herden von Schafen, Rindern und Kamelen, der kostbare Hausrat versperrten den Anderen, die noch keine Armen waren, nicht den Zugang zum würdigen Leben. Zudem war vom Reichen das gefordert, was im deutschen Mittelalter Milte, im französischen largesse hieß: Großmut. Durchaus überlegte, aber nicht kalkulierende Freigebigkeit. Und so konnte sich der Reiche ohne Risiko mitten auf den Marktplatz begeben, ein geachteter Mann, ein Streitschlichter, Nothelfer und Friedenstifter: »Gerechtigkeit war das Kleid, das ich anzog, und mein Recht war mir Mantel und Kopfbund. Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fuß. Ich war der Vater der Armen, und der Sache des Unbekannten nahm ich mich an« (Hiob 29,14-16). (Hier spricht natürlich ein Reicher über sich selber, es wäre zu fragen, ob die Armen auf den Plätzen seine Selbsteinschätzung teilten.)

Aber schon in biblischen Zeiten setzt die Kritik der Propheten an den Praktiken der Reichen ein; eine Kritik, die ihnen heute bestimmt das Etikett des Sozialneidhammels eintragen würde: Einer neuen Wirtschaftsweise geht es nicht mehr um das Lebens-Mittel, sondern um die schlechte Unendlichkeit der Akkumulation. Erst damit, mit der Aufreihung von Hau-sern und Ackern und Weinbergen, mit der Zurückdrängung des Gemeineigentums, der Privatisierung des Zugangs zu gottgegebenen Ressourcen, wird der Reichlum zum Dämon, der Anbetung fordert und erhält - zu Mammon.

Den Tatbestand, den die Propheten (und in ihrer Tradition Jesus von Nazaret, die Apostel und Kirchenväter) mit Donner-

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worten attackieren, definiert der Grieche, der große Aristoteles, kühl und klar. Er unterscheidet zwei Arten des Wirtschaf-tens: zunächst und vor allem die Beschaffung des Lebens-Mittels für den Oikos, den Großhaushalt oder die geschlossene Gemeinde - aber als Zweites, als etwas ganz anderes, das Wirtschaften um des Gewinnes, der Anhäufung von Schätzen willen. Und nur die erste Art, die Sorge um den Oikos, verdient bei ihm den Namen der Oikonomike. Die andere nennt er Kapelike, »Handelschaft«.

Ganz wesentlich für den siegreichen Vormarsch dieser Handelschaft war natürlich die wohl zwiespältigste Erfindung der Menschheit: das Geld. Und hier erst, in der immer gewaltigeren Enthüllung der Macht des Geldes, beginnt die Problematik, der wir hier und heute unterworfen sind. Doch als Zwischenschritt aus der Naturalwirtschaft hin zur Welt der Zentralbanken und des Internationalen Währungsfonds gab es ein Objekt der Begierde, ein Objekt, dem die schweißtreibende Gewinnhäufung diente: den Schatz. Es ist ziemlich klar, dass die ersten Schatzbildungen religiös bedingt waren - sie entstanden in Tempeln und um sie herum. Und das Mythische ist in der Erinnerung der Völker noch immer mit ihm verbunden. Was ein richtiger Schatz ist, der ist geheim, verborgen, verschlüsselt - und damit immer auch gefahrenträchtig. Er ist, im Gegensatz zu unseren fortschrittlichen Reichtums-Abstraktionen, sinnlich, konkret, voll Glanz und Schimmer.

Die Binnenwährung der Schatzwelt und ihrer Begierden ist natürlich das Gold. In dem Maße, in dem sich der Reichtum (und die Begierde nach Reichtum) vom erlebbaren Schauder des Goldes löst, begibt sich der Begriff des Schatzes in die Trostlosigkeit der Bilanzen - und wird zur knochentrockenen Rennstrecke der Dezimalstellen. Die Geschichte zeigt uns ziemlich genau die Zeit des Übergangs vom Schatz- zum Rendite-Denken an: Es war die Zeit der Entdeckung und der Eroberung des (später lateinischen) Amerika durch Spanier und Portugiesen. Die Phantasie der Eroberer war zunächst komplett vom Schatz-Gold gefangengenommen - El Dorado, der goldbedeckte König und/oder Götze in den Tiefen des Urwalds oder den Felsen des Alti-plano, formte sich zur magischen Verheißung, der die unglaublichen Vollstrecker in ihren Sturmhauben und Harnischen durch tausend Höllen und Schlächtereien zustrebten. Dass sie mit der Erfüllung ihrer Träume das Königreich Spanien in eine ruinöse Inflation stürzen würden, war ihnen völlig unzugänglich. eine Sache des sorgenden Kalküls - und mit Kalkül hatte ihr Traum nichts zu tun.

Schatzdenken und Schatzgier hielten sich lang, bis in unsere Zeit. Es entstand der Charakter des Geizhalses, des tragikomischen Opfers seiner gerafften Habe. Und in »Faust II« fußt der mephistophelische Plan des Papiergelds, mit dem der Teufel dem Kaiser aus der Pleite hilft, auf dem Konstrukt, dass dieses Papier lediglich ein Wechsel auf die verborgenen Schätze des Reiches sei. (Beleihung von Boden­schätzen als Kreditdeckung war im 18. Jahrhundert die fiktive Grundlage der französischen Finanzblase, die der Schotte John Law auslöste. Die Monarchie sollte sich nicht mehr von diesem Schock erholen. Von ihr war Goethe offensichtlich inspiriert.) Aber zurück in die Neue Welt diesseits und jenseits des Atlantik - die ja nicht nur eine Welt der Entdecker, sondern auch der Erfinder war. Beide, die Erfinder wie die Entdecker, fanden rasch genug heraus, dass gegenwärtiger wie künftiger Reichtum immer noch auf Ressourcen beruht, die sich durch die neuen Kontinente ins scheinbar Unendliche vermehrten; und der Zugriff auf diese Ressourcen setzte nun so machtvoll ein wie nie zuvor in der Geschichte.

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Vorbereitet war er finanztechnisch. Das Geld, diese angenehme Erfindung des Altertums, wurde immer eleganter gehandhabt; im Italien des Spätmittelalters und der Renaissance entfaltete es erst seine ganze Raffinesse, führte hinein in die Sprache und die Usancen des modernen Bankwesens (einschließlich des Zinseszinssystems, das nun als tiefschwarze Wetterwand am Horizont der Lebenswelt steht). Mit diesem Aufstieg vollzog sich eine paradoxe Wandlung: Der Reichtum zieht sich einerseits immer mehr von sinnlichen Bezügen zurück, verzichtet auf die Pracht der alten Münzprägungen, landet schließlich als reiner Zahlenwust in den elektronischen Speichern der Hochfinanz. Aber gerade auf der Reise in die Abstraktion legt er sich neue Funktionen, neue Verwendungszwecke und logischerweise auch neue Masken zu. Der Wiener Denker Alfred Racek, der eine höchst anregende »Befreiungsphilosophie des Geldes« geschrieben hat, unterscheidet auf Anhieb fünf verschiedene Funktionen, von A bis E, vom einfachen Tauschmittel bis zum Statusmesser -wahrscheinlich gibt es mehr.

Hat man erst einmal diese Vielheit der Funktionen begriffen, öffnen sich so manche Absurditäten der wirtschaftlichen Praxis dem Verständnis, wenn auch nicht der Sympathie. So kann man zum Beispiel die Entrüstung nachfühlen (oder wenigstens nachkombinieren), die hundertfach überbezahlte Topmanager angesichts der öffentlichen Kritik empfinden oder doch zu empfinden vorgeben. Das Geld, sechs- bis achtstellig, das sie sich gegenseitig im Zuge irgendwelcher Konzern-Neugruppierungen zuschieben, ist eben Geld E (vielleicht schon Geld F); Statusgeld, Indikator auf der Skala der innerelitären Fremd- und Selbsteinschätzung, zu tragen und zu zeigen statt der leider abgeschafften feudalen Titel und Orden. (Allerdings muss man zugeben, dass auch dort, wo es solche Ehrungen noch gibt, wie etwa in Großbritannien mit seinen alljährlichen Adelslisten, der Hunger nach Statusgeld nicht geringer zu sein scheint.)

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Dass in der gleichen Währung bescheidenere Zeitgenossen ihre Semmeln und Unterhosen kaufen müssen, ist den Geld-E-Bewegern zwar theoretisch bekannt, spielt aber für ihre Selbstdefinition keine Rolle. Mit der zunehmenden Monetarisierung des Reichtums treten sofort kollaterale Krisen auf. Die vielleicht wichtigste ist die Krise des Bodens: der Wälder und der Landwirtschaft. Durch Jahrtausende hatte sich der Reichtum aus den Schätzen der Erde, vor allem der Bodenrente, vollgesogen, hatte die Urproduktion des Land- und Waldbaus als seine selbstverständliche Nährmutter betrachtet. Heute gibt es, außerhalb des wachsenden Elends der rückständigen Subsistenz-kulturen, keine Volks- oder Großraumwirtschaft mehr, in welcher der verbleibende Anteil an bäuerlicher Existenz nicht zum ernsten und sehr teuren Problemfall geworden ist. Der EU-Agrarmarkt ist nur ein Beispiel; die Subventionen für die US-amerikanischen Farmer sind nicht weniger massiv. Und für den Waldbau gilt dies genauso. In dem Augenblick, wo Rentabilität das entscheidende Kriterium für wirtschaftliche Entschlüsse wird, ist das Handicap des einzig natürlichen Wachstums klar: Seine Rendite beträgt einfach nicht mehr als plusminus ein Prozent. Das genügt nicht für die Finanzierung der Produktion. Bekanntlich hilft sich die kapitalistische Landwirtschaft nicht nur durch Subventionen, sondern auch durch den zusätzlichen Verbrauch gewaltiger Mengen von Erdöl und anderen Chemikalien, der den Ruin der Sub-sistenzbauern und der Bodenfruchtbarkeit unweigerlich nach sich zieht.

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Rentabler erscheint da bei weitem die Industrieproduktion; deren Rohstoffe sind billiger zu haben, werden in der Regel nach dem Safeknackerprinzip eingeholt und kosten dann nur das Einbruchswerkzeug und das Schmiergeld für den jeweiligen politischen Hausmeister. Wird das Safeknacken zu lohnintensiv, wie etwa das Bergen der Kohle aus tiefen Minen, umgeht man das Problem brutal durch das Wegsprengen ganzer Berggipfel, wie zur Zeit in den Appalachen. Das rechnet sich; die eingesparten Bergleute fallen ins Elend, die Landschaft ist futsch, aber die Firma bleibt gesund und wird noch gesünder, die Aktien steigen. Die sozialen wie die biosphärischen und kulturellen Verluste tauchen in den Bilanzen des Reichtums nicht auf; und sein wichtigstes Ziel in der Politik ist es, dass es dabei bleibt und dass es nicht zu ungebührlichen ertragsmindernden Auflagen kommt.

Dies kann immer erfolgreicher betrieben werden, weil die globale Konzentration erlaubt, nationale und regionale politische Mächte gegeneinander auszuspielen. Patriotische oder heimatliche Bande werden immer unwesentlicher, es regiert eine Internationale des korporativen Reichtums. Und die Welt wird ärmer.

Selbst die Reichen in dieser Welt werden ärmer, auch wenn sie es noch nicht merken sollten. Der Midas-Effekt, die Konversion alles Lebendigen zu Schatzgold, operiert zunächst psychologisch: Man hält sich Aufregungen vom Leibe, vor allem soziale und kulturelle. In der Welt, beileibe nicht nur in Amerika, vermehren sich ständig die Ghettos der Wohlhabenden; je nach Sozialklima mehr oder weniger wirksam abgeschottet. In Kalifornien, in Palermo, in Säo Paulo, auf den Philippinen und an der Cöte d'Azur wachsen Mauern und Stacheldrahtkränze, patrouillieren Privatpolizisten, halten nicht nur die Erbitterung der Armen fern, sondern erzeugen unfehlbar in den Eingeschlossenen ein Gefangenen-Syndrom. Die privilegierten Schulkinder aus den Ghettos werden in bewachten

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Omnibussen herumgefahren, erleben ihre Heimatstadt oder ihre Landschaft als flüchtige Touristen. Und dieser Zustand des Daseins hinterm Zaun ist natürlich nur die kollektive Version einer individuellen Befindlichkeit. Sollen wir deshalb, wie das ja des Öfteren vorgeschlagen wird, die armen Reichen bemitleiden? Sollen wir ihnen Einzel- und Gruppentherapie verschreiben? Nun, die Weisheit der Jahrhunderte enthält genug Material für kritische Selbstprüfung, und es gilt vor allem der Satz, dass die Tore der Hölle, auch der elegantesten Ghetto-Hölle, von innen versperrt sind. Wer wirklich raus möchte, kommt raus. Das fällt (oder fiele) oft recht schwer, Mammon ist ein strenger Gott. Schwerreiche neigen dazu, schon zwei Prozent Steuererhöhung als Bobbahn ins Armenhaus zu empfinden. Dennoch: Es ist ihr Bier, nicht das unsere, das dank der Operationen des Reichtums zirka dreißig Prozent Zinsen im Preis enthält. Wie das kommt? Es ist einfach genug: Leute, die mehr Geld haben, als sie brauchen, geben es weg an Leute, die es dringend brauchen, aber sie verlangen Miete dafür. Diese Miete wird aufgrund der Zinseszinsformel berechnet, was darauf hinausläuft, dass die Summe der Rückzahlung, vor allem im Ratenfall, wesentlich höher ist als die ursprünglich ausgezahlte. Auf diese Weise stottern zum Beispiel arme Länder Kredite ab, die sie rein rechnerisch längst bezahlt haben, die aber noch in voller (oder mehrfacher) Höhe auf ihren Schuldscheinen stehen. (Der Mechanismus wird anschließend von Andreas Eschbach eingehend erklärt.) Wesentlich ist auch, dass von einer bestimmten Vermögensgröße ab der Reichtum, der immer so jämmerlich über hohe Steuern stöhnt, längst keine mehr zahlt, sondern aus den Etats der Polis zusätzlich vermehrt wird. Jeder Staats- und Gemeindehaushalt enthält heute riesige Schuldenmengen, die, wie man so schön sagt, bedient werden müssen.

Mit anderen Worten: Sie müssen abgezinst werden. Das Geld für diesen Schuldendienst wird jedoch durch Steuern aufgebracht - durch Einkommen-, Lohn- und Verbrauchsteuern. Der Prozentanteil der Lohn- und Verbrauchsteuern am gesamten Aufkommen steigt ständig, während der Anteil vor allem der höheren Einkommensteuern ständig sinkt. Mit anderen Worten: Leute, die von ihrer Hände oder ihrer Köpfe Arbeit leben, zahlen den Reichen, so sie nur schlau genug waren, Bundesschätze oder Gemeinde-Anleihen zu erwerben, Jahr für Jahr die entsprechenden Zinsen.

Bei einem solchen System ist es nicht nur möglich, dass sich die Schere zwischen Armut und Reichtum immer weiter öffnet - es ist unvermeidlich. Aus den zweihundertzwanzig Leuten, die heute reicher sind als die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit, werden also eventuell hundert, oder fünfzig, oder auch nur fünfzehn werden. Dies und die laufende Plünderung des Planeten kritiklos hinzunehmen und Leuten, welche solche Entwicklungen verbrecherisch nennen, Sozialneid vorzuwerfen zeugt von einer kollektiven Begriffsstutzigkeit, die wir uns nicht leisten können. Es muss also etwas deutlicher geredet werden. Darum haben wir uns in diesem Band bemüht.

Im Übrigen meint der Herausgeber, dass keiner der Beiträge mit sozialneidischer Feder geschrieben wurde - keine Autorin, kein Autor vermittelt etwa den Eindruck, unbedingt auf die Schätze des jeweiligen Untersuchungsgegenstandes scharf zu sein. Wein schmeckt auch aus Acht-Euro-Flaschen, und die Konversation dürfte fast überall anregender sein als an den Tischen der Reichen. Was gelegentlich zu spüren ist, ist Wut, aber die ist dem Thema immer höchst angemessen. Schon Balzac hat bemerkt, dass den wahrhaft großen Vermögen ein großes Verbrechen zugrunde liegt; da genügt Kammerton nicht zur passenden Darstellung. Insgesamt aber, so scheint es, herrscht der Ton der Gelassenheit vor. Die wütendste Rede ist wohl die des Kirchenvaters Basilius; dafür markieren die Gedichte von Christian Morgenstern und Ogden Nash den Übergang von der Gelassenheit in die Heiterkeit.

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