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Blockbuster-Seuche

 


detopia-2024

Es ist der 26.7.2024, ein Freitag.
Seit 40 min sehe ich Terminator-2015 (Genisys) auf Pro7 seit 20:15.
Jetzt ist gerade lustige erste Reklamepause (mit vielen Kindern natürlich und mit Haribo).

Man muss die ersten 10 min des Films als Audio hier einstellen.
Das reicht schon, um weithin klarzustellen, vielleicht auch jedem klarzumachen,
dass "so nichts werden kann". So wird keine Zukunft. Das kann nur schiefgehen.

Es sah auch schon etliche Filme mit ähnlichem psychischem Zerstörungspotenzial.
(Cruise, Emmerich, Wick, usw.)

Ich will darauf hinaus, dass diese Filme die Individualpsyche und
damit zwangsläufig auch die kollektive Psyche kaputtmachen.
Und sie machen Proganda für den reale Zerstörung.

Auch sekundär, weil der Mensch ja lebenslang seine Moral aufbauen muss,
durch Märchen, Mythen, Literatur, Erlebnisse mit Natur und mit Solidarität. usw.

Und diese Filme (und alles andere Brachial-Entertainment)
verhindern und verdrängen das zarte Gute, das wachsen muss.
So will ich es jetzt ausdrücken.

Das ist der Fakt.
Natürlich sind die Arbeit an Politik und Umwelt genauso wichtig.

Aber wir schaffen dort nichts, wenn wir uns nicht vom Untergangs-Entertainment befreien.
Man muss sich das klarmachen. Man muss sich klarmachen, dass solche Filme
kurz- und langfristig der Motivation für Soziales, Umwelt, Zukunft entgegenarbeiten.

(Natürlich auch irgendwelche "Thriller" in Buchform.)
(Natürlich auch James-Bond-Filme.)
(Natürlich auch anderes Fernsehprogramm.)

Aber diese speziellen SF-Action-Filme tun es verstärkt.


Um die Größe der Aufgabe und deren Unausweichlichkeit zu begründen, sollte man
sich auf 5 allseits bekannte, aber auch typische, Filme aus diesem "Weltuntergangsgenre"
festelegen und diese nach Strich und Faden "fertigmachen".
(Quasi wie ein "ultimativer Directors-Cut")

Und man sollte sich nicht davor scheuen, durchaus die anziehenden Filme zu nehmen;
also jene, "die schwerer zu widerlegen sind". Vorzuziehen sind jedoch solche, auch wenn
"aus der zweiten Reihe", welche ihr Zivilisationsgift besonders konzentriert und
"ungetarnt" versprühen.

Welche?

Auf jeden Fall "2012" von Emmerich (noch Independence Day).

Bei Cruise wohl das Ding, wo immer die Zeit zurückgedreht wird; da ist schön-viel Falsches drinn.

Bei Wick das Ding, wo in die Wüste in Marokko zur "Hohen Kammer" geht und dort mit
dem "Weltmafiachef"spricht.

Ich würde auch einen Bourne mit reinnehmen, gerade weil wenig SF drinn ist, nur das mit den Wunder-Pillen.
Vielleicht das Ding, wo er auf dem Alex-Platz in Berlin Action macht, dort wo die große
Demonstration für Freiheit am 4.11.1989 war, und nun zur "Location" degradiert wird.

Und bei Schwarzenegger den von gestern, also Genisys-2015, weil hier schon das Gequatsche in den ersten
10 Minuten meine Kritik umschließt.


Vielleicht finden wir jemanden wie Peter Bürger, der das "Kriegskino" untersucht.
Dieser neue dann, kann dann noch mehr Filme auf ihr Untergangspropaganda analysieren.
Aber letztlich soll der Normalbürger selber in die Lage versetzt werden, "zu kritisieren",
und zwar für sich selbst, um sich zu befreien.


Zwischen-Mars-und-Metaverse-Science-Fiction-als-Blaupause-der-Gegenwart  Barth, 2/25 


Blockbuster - Film

 

 

https://durchhalteprosa.de/2025/04/22/118-soziale-dunkelangst/  Eisenberg 4/25

In einem Beitrag zu dem unter anderem von Günter Grass herausgegebenen und 2002 im Steidl-Verlag erschienenen Band „In einem reichen Land“ habe ich mich unter der Überschrift „Das Monströse als Ernstfall der Demokratie“ zum Thema Kriminalitätsfurcht wie folgt geäußert:

„Der Übergang von der fordistisch-industriellen zur informationellen Produktionsweise und die mit ihm einhergehenden Globalisierungsprozesse scheuchen die Menschen aus Gewohnheiten und Routinen auf und bringen die Grundlagen ihres Alltagsleben und ihrer Lebensläufe ins Wanken. Die Beschleunigung des gesellschaftlichen Wandels erzeugt massenhaft Schwindelgefühle und innere Gleichgewichtsstörungen und entbindet Ängste, aus der Gesellschaft und der Welt herauszufallen. Immer mehr Menschen haben das Gefühl, mit dem Fortgang des Ganzen nichts mehr zu tun zu haben. Die Ängste bleiben vage und unbestimmt, vagabundieren durch den sozialen Raum und heften sich an dieses und jenes. Seit einiger Zeit ist nun zu beobachten, wie die durch die ökonomisch-sozialen Umbrüche der Gegenwart freigesetzen Gefühle von Angst, Desorientierung und Unsicherheit durch ein medial und politisch betriebenes Panikmanagement gezielt in Verbrechensfurcht umformuliert und in eine Art sozialer Dunkelangst verwandelt werden. Die von der Filmindustrie und den Medien betriebene „Vermonsterung“ und „Hannibalisierung“ des Verbrechers erlaubt die Konkretisierung einer diffusen Angst, die in der Verfolgung, Verurteilung und möglichst harten Bestrafung des Täters zur Ruhe zu kommen hofft. Das kriminalpolitische Panikmanagement trägt dazu bei, dass eine archaisch anmutende Lust an der Strafe und eine Logik der Rache wiederauferstehen, gegen die einst die gesamte juristische und demokratisch-politische Logik aufgebaut wurde. Die angstvermarktende und -fördernde Politik der Medien lässt eine pervertierte Form direkter Demokratie um sich greifen, die die Distanz zum Zeitdruck abschafft und kollektive, nicht gerade demokratisch zu nennende Leidenschaften entfesselt.“

 

 

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