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2  Kristallisation der Stadt  (Mumford-1961)

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  Die erste Umgestaltung zur Stadt  

        Da zwar das Brauchtum des Dorfes ausreichend entwickelt war, seine Möglichkeiten jedoch begrenzt waren, hätte wahrscheinlich die bloße Tatsache, daß seine Bevölkerung zunahm, kaum ausgereicht, das Dorf in eine Stadt zu verwandeln. Dazu bedurfte es einer Herausforderung von außen, welche das Gemeinwesen jählings von seinen Hauptsorgen, Ernährung und Fortpflanzung, ablenkte; es bedurfte eines Ziels, das über das bloße Fortleben hinausreichte. Der größere Teil der Menschheit hat auf diese Herausforderung niemals reagiert; denn bis zu der jetzigen Epoche der Verstädterung wohnte in den Städten nur ein Bruchteil aller Menschen.

Die Stadt erschien in dem steinzeitlichen Gemeinwesen einwandfrei als ein auftauchender Faktor in dem Sinne, wie Lloyd Morgan und William Morton Wheeler diesen Begriff benutzt haben. In einer auftauchenden Entfaltung tritt ein neuer Faktor nicht einfach zu der vorhandenen Masse hinzu, sondern ruft einen umfassenden Wandel hervor, eine neue Konfiguration, welche die Eigenschaften verändert. Möglichkeiten, die in dem Stadium vor dem Auftauchen nicht erkennbar waren - etwa die Möglichkeit, daß aus der verhältnismäßig stabilen und nicht organisierten »toten« Materie Leben entsteht -, werden nun zum erstenmal sichtbar. So ging es auch mit dem Sprung aus der Dorfkultur. Auf der neuen Ebene wurden die alten Bestandteile des Dorfes beibehalten und in die neue Einheit Stadt eingegliedert; aber infolge des Wirkens neuer Faktoren wurden sie einander auf eine Weise zugeordnet, die komplizierter und weniger stabil war als im Dorf und dennoch die weitere Umgestaltung und Entwicklung förderte. Auch die Zusammensetzung der Menschen wurde in dieser neuen Einheit vergleichsweise mannigfaltiger. Außer dem Jäger, Bauern und Hirten gelangten andere Grundtypen in die Stadt und trugen zu ihrer Erhaltung bei: Bergmann, Holzfäller und Fischer, von denen jeder Werkzeuge,

Gaben und Lebensgewohnheiten mitbrachte, die unter dem Druck anderer Verhältnisse entstanden waren. Handwerksmann, Schiffer und Fährmann treten im Flußtal früher oder später aus diesem allgemeinen, undifferenzierten Hintergrund hervor, und aus allen diesen ursprünglichen Typen entwickeln sich noch weitere Berufsgruppen: Soldat, Bankier, Kaufmann und Priester. Aus dieser Vielfalt schuf die Stadt eine höhere Einheit.

Dieses neue städtische Gemisch führte zu einer gewaltigen Ausweitung menschlicher Fähigkeiten nach allen Richtungen. Die Stadt mobilisierte alle menschlichen Kräfte, ermöglichte einen Verkehr über größere Entfernungen, eine intensivere Verbindung über weite Strecken in Raum und Zeit, eine Fülle von Erfindungen und förderte zugleich in weitem Umfang die Handhabung technischer Geräte; nicht zuletzt führte sie zu einer weiteren ungeheuren Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung.

Dieser Prozeß der Umgestaltung wurde begleitet oder sogar vorweggenommen durch eine entsprechende Wandlung des kollektiven Unbewußten. Irgendwann wurden anscheinend die lokalen, vertrauten Götter, die dem Herdfeuer nahe waren, von fernen Himmels- oder Erdgöttern überwältigt und teilweise ersetzt oder jedenfalls deklassiert; diese identifizierte man mit Sonne und Mond, dem Wasser des Lebens, dem Unwetter und der Wüste. Der Häuptling des Dorfes verwandelte sich in den thronenden König und wurde zugleich der oberste priesterliche Hüter des Heiligtums und nunmehr mit göttlichen oder nahezu göttlichen Eigenschaften ausgestattet. Die dörflichen Nachbarn hielt man sich jetzt fern. Sie waren nicht mehr vertraut und gleichgestellt, sondern wurden zu Untertanen, deren Leben von militärischen und zivilen Amtsträgern überwacht und gelenkt wurde; alle diese Gouverneure, Wesire, Steuereinnehmer und Soldaten waren dem König unmittelbar Rechenschaft schuldig.

Sogar die alten Bräuche und Gewohnheiten des Dorfes konnten auf göttlichen Befehl geändert werden. Es genügte nicht mehr, daß der Bauer genug erzeugte, um seine Familie oder das Dorf zu ernähren; jetzt mußte er härter arbeiten und diese ursprüngliche Funktion verleugnen, um mit einem großen Überschuß die Beamten des König- und Priestertums zu versorgen. Die neuen Herren waren nämlich starke Esser und maßen ihre Macht nicht nur nach Waffen, sondern auch nach Brotlaiben und Krügen Bier. In der neuen städtischen Gesellschaft galt die Weisheit der Alten nicht mehr als Autorität. Vielmehr unterdrückten die jungen Männer von Uruk gegen den Rat der Ältesten den Vorschlag des Gilgamesch, der Kisch lieber angreifen wollte als sich den Forderungen seines Herrschers zu fügen. Zwar spielten Familienbeziehungen in der städtischen Gesellschaft noch eine

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Rolle, aber berufliche Tüchtigkeit und jugendliche Kühnheit zählten eben mehr, sofern sie die Unterstützung des Königs fanden.

Indem das alles geschah, räumte die archaische Dorfkultur der städtischen »Zivilisation« das Feld, dieser eigentümlichen Verbindung von Schaffenskraft und Lenkung, von Ausdruckskraft und Bändigung, von Spannung und Lösung, deren äußeres Zeugnis die Stadt in ihrer geschichtlichen Gestalt ist. Man kann die Stadt sogar von Anfang an als ein Gebilde beschreiben, das besonders dafür ausgerüstet war, die Güter der Zivilisation zu bewahren und weiterzugeben. Sie war genügend komprimiert, um auf kleinstem Raum ein Höchstmaß von Möglichkeiten zu bieten, konnte aber auch strukturell erweitert werden, damit Platz geschaffen würde für die sich wandelnden Bedürfnisse und die mannigfaltigeren Formen einer wachsenden Gesellschaft und ihres sich anhäufenden gemeinsamen Erbes. Die Erfindung von schriftlichen Aufzeichnungen, Bibliotheken, Archiven, Schulen, Universitäten und dergleichen gehört zu den frühesten und charakteristischsten Leistungen der Stadt.

Die Wandlung, die ich hier darzustellen versuche, wurde zuerst von Childe »städtische Revolution« genannt. Dieser Ausdruck wird der aktiven und entscheidend wichtigen Rolle der Stadt gerecht, bezeichnet jedoch den Vorgang nicht richtig; denn eine Revolution bedeutet, daß Dinge auf den Kopf gestellt werden, eine fortschreitende Bewegung, welche die alten Institutionen als überholt betrachtet und aufgibt. Von heute aus betrachtet, scheint der Ausdruck eine ähnlich allgemeine Verschiebung zu bezeichnen, wie wir sie in der industriellen Revolution erlebt haben, wobei der Akzent ebenfalls auf wirtschaftlichen Vorgängen liegt. Das aber verdunkelt die Vorgänge eher, als daß es sie erhellt. Der Aufstieg der Stadt löschte keineswegs frühere Kulturelemente aus, sondern führte sie zusammen und verstärkte ihre Wirksamkeit und Reichweite. So steigerte die Förderung nichtlandwirtschaftlicher Berufe die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und führte wahrscheinlich dazu, daß die Dörfer sich mehrten und noch mehr Land bebaut wurde. Innerhalb der Stadt wurden zunächst nur sehr wenige Teile der alten Ordnung ausgeschlossen; beispielsweise wurde in Sumer die Landwirtschaft weiterhin in großem Umfang von denen betrieben, die ihre Wohnstätten innerhalb der neuen Stadtmauern hatten.

Was beim Auftauchen der Städte wirklich geschah, war vielmehr dies: Viele der bisher zerstreuten und nicht organisierten Funktionen wurden jetzt auf begrenztem Raum zusammengeführt, und die Bestandteile des Gemeinwesens wurden im Zustand dynamischer Spannung und Wechselwirkung gehalten. In dieser Vereinigung, die durch den engen Ring der Stadtmauer fast zwangsläufig war, nahmen die längst etablierten Bestand-

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teile der Ursiedlung - Heiligtum, Quelle, Dorf, Markt, Bollwerk - an der allgemeinen Ausweitung und zahlenmäßigen Vermehrung teil und erfuhren eine strukturelle Differenzierung, welche ihnen eine in jeder nachfolgenden Phase der städtischen Kultur erkennbare Gestalt verlieh. Die Stadt erwies sich nicht nur als Mittel, eine stetig wachsende weltliche und geistliche Macht in greifbaren Formen auszudrücken, sondern vergrößerte auch alle Dimensionen des Lebens auf eine Weise, die weit über jede bewußte Absicht hinausging. In ihren Anfängen war die Stadt eine Verkörperung des Kosmos, ein Mittel, den Himmel auf die Erde herabzubringen; später wurde sie zum Symbol des Möglichen. Utopia war ein integrierender Bestandteil ihrer ursprünglichen Verfassung, und eben weil sie zuerst als idealer Vorwurf Gestalt annahm, brachte sie Wirklichkeiten zustande, die in nüchterner regierten kleinen Gemeinwesen vielleicht noch lange verborgen geblieben wären - in Gemeinwesen nämlich, die ihre Ziele niedriger steckten und nicht zu Anstrengungen bereit waren, welche ihre täglichen Gewohnheiten und ihre irdischen Hoffnungen überstiegen.

Bei diesem Auftauchen der Stadt kam das dynamische Element, wie wir gesehen haben, von außerhalb des Dorfes. Hier muß man den neuen Herrschern Gerechtigkeit widerfahren lassen, denn ihr Jägerleben hatte sie an Horizonte gewöhnt, die weiter waren, als die Dorfkultur sie kannte. Die Archäologen weisen sogar auf die Möglichkeit hin, daß die frühesten Kornsammler im Hochland des Vorderen Orients vielleicht Jäger waren, welche die Samenkörner als laufende Verpflegung in ihre Jagdtaschen sammelten, längst ehe sie wußten, wie man diese aussäte. Der Jäger war ein beweglicher Kundschafter, er war immer gewillt, etwas aufs Spiel zu setzen und Risiken einzugehen, er mußte schnell Entscheidungen treffen, mußte bereit sein, bei der Verfolgung des Wildes harte Entbehrung und äußerste Ermattung auf sich zu nehmen, mußte dem Tod ins Angesicht schauen können, wenn er mit wilden Tieren auf Tod und Leben kämpfte. Das alles machte ihn besonders geeignet, ein selbstsicherer Anführer zu sein, und diese Eigenschaften waren die Grundlage aristokratischer Herrschaft. Angesichts der mannigfaltigen Probleme, die eine größere Gemeinschaft aufwirft, war individuelle Kühnheit dem Leben angemessener als die langsame kollektive Reaktion, wie sie das ackerbauende Dorf hervorbrachte.

In einer von zahlreichen sozialen Veränderungen betroffenen Gesellschaft - Veränderungen, die zwar durch Fortschritte in Technik und Landwirtschaft hervorgerufen wurden, aber schwere Krisen verursachten und daher rasches Handeln unter einheitlicher Führung verlangten -, in einer solchen Gesellschaft vermochte überlieferte Volksweisheit nichts mehr auszurichten, die lediglich aus früheren Erfahrungen unter längst ver-

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trauten Bedingungen geboren war. Nur wer Selbstvertrauen und Abenteuerlust besaß, konnte diese neuen Kräfte einigermaßen lenken und besaß genug Phantasie, um sie für bisher unvorstellbare Zwecke zu gebrauchen. Jungsteinzeitliche »Gemeinsamkeit« genügte nicht. So manches Dorf, das ratlos vor dem Unheil überschwemmter Felder oder vernichteter Ernten stand, wird sich in seiner Not nicht dem langsamen, übervorsichtigen Ältestenrat, sondern einem einzelnen Mann anvertraut haben, der mit Autorität sprach und rasch Befehle gab, als erwartete er auch, daß man ihnen alsbald gehorche.

Fraglos war des Jägers Phantasie ebenso wie seine Tüchtigkeit von Anfang an vorhanden, längst ehe beide in politische Kanäle flossen; denn gewiß vermittelt die Höhle des altsteinzeitlichen Jägers einen stärkeren ästhetischen Eindruck als irgendein Bildwerk oder eine Keramik aus der Jungsteinzeit. Der großartige ästhetische Schwung, dem wir in den Höhlen von Aurignac begegnen, kehrt erst in der Kupferzeit wieder. Nun aber wurden heldenhafte Anstrengungen, die sich früher hauptsächlich auf die Jagd beschränkten, auf die gesamte Umwelt angewendet. Nichts, was der Kopf ausdachte, erschien unmöglich. Was ein einzigartig selbstbewußter Mann, auf die Gunst der Götter zählend, erträumte, konnte eine ganze Stadt, die seinem Willen gehorchte, ausführen. Nun würden nicht mehr allein wilde Tiere gebändigt werden: Flüsse, Berge, Sümpfe und Menschenmassen sollten auf des Königs Befehl angegriffen und zur Ordnung gezwungen werden. Jetzt unternahm man atemberaubende Anstrengungen, die ein kleines Gemeinwesen nicht auf sich nehmen kann, dessen traditionelle Bedürfnisse durch die Natur schon befriedigt werden konnten. Von Gilga-mesch bis Herakles setzte der Jägerheld mit seinen übermenschlichen Kraftakten den Maßstab. Jeder, der harte körperliche Aufgaben meisterte, wurde ein wenig zum Helden, indem er die ihm von Natur gesetzten Grenzen überschritt - und tat er es auch nur, um der Peitsche des Fronvogts zu entgehen.

Die Ausweitung der menschlichen Kraft, die Steigerung des Ichs, das vielleicht zum erstenmal von seiner unmittelbaren Gemeinschaftshülle befreit wurde, die Differenzierung alltäglicher menschlicher Verrichtungen zu speziellen Berufen und der Ausdruck, den diese Ausweitung und Differenzierung an vielen Stellen im Aufbau der Stadt fand - das alles waren nur verschiedene Aspekte einer einzigen Umgestaltung: des Aufstiegs der Zivilisation. Wir können diesen Wandel im Augenblick, da er sich vollzog, nicht verfolgen. Teilhard de Chardin hat auch von andern evolutionären Wandlungen gesagt, daß die instabilen und fließenden Formen während ihrer Entstehungszeit keine Spuren hinterlassen. Spätere Kristallisationsformen geben jedoch deutliche Hinweise auf das Wesen der früheren Entfaltung.

Um zu verstehen, was in der Stadt geschah, muß man gleichermaßen Tech-

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nik, Politik und Religion berücksichtigen, vor allem aber die religiöse Seite der Umgestaltung. Während zuerst noch alle diese Lebensbereiche unlöslich miteinander verknüpft waren, trat später die Religion mit dem Anspruch des Vorrangs an die Spitze; das geschah wahrscheinlich, weil die Bilderwelt des Unbewußten und die subjektiven Projektionen die gesamte Wirklichkeit beherrschten und die Natur nur insoweit sichtbar werden ließ, als sie in dem Gewebe aus Wünschen und Träumen unterzubringen war. Überlieferte Denkmäler und Urkunden zeigen, daß diese allgemeine Ausweitung der Macht begleitet wurde von nicht minder gewaltigen Bildvorstellungen, die aus dem Unbewußten stammten und in die »ewigen« Formen der Kunst übersetzt wurden.

Wir haben schon gesehen, daß dieser Prozeß möglicherweise viele Jahrtausende gedauert hat. Selbst die letzten Schritte des Übergangs von dem jungsteinzeitlichen Marktflecken, der kaum mehr war als ein aufgeblähtes Dorf, zur ausgewachsenen Stadt, der Heimat neuer Institutionen, mögen Jahrhunderte oder gar Jahrtausende beansprucht haben, so daß viele Institutionen, über die wir in andern Teilen der Welt zuverlässige geschichtliche Urkunden besitzen - etwa das feierliche Menschenopfer -, in Ägypten und Mesopotamien vielleicht inzwischen Zeit hatten, zur Blüte zu gelangen und weitgehend wieder abgeschafft zu werden.

Der riesige Zeitabstand zwischen den frühesten Gründungen im Jordantal (falls deren neueste Datierung zutrifft) und den sumerischen Städten läßt viele tiefgreifende Wandlungen zu, von denen nichts überliefert ist. Der letzte Schwall von Erfindungen hingegen, der die Geburt der Stadt begleitete, hat sich wahrscheinlich innerhalb weniger Jahrhunderte abgespielt oder, wie Frankfort für das Königtum annimmt, sogar in wenigen Generationen. Sehr wahrscheinlich vollzog er sich in einem Zeitraum, der nicht länger war als die sieben Jahrhunderte, die zwischen der Erfindung des Uhrwerks und der Entfesselung der Atomkraft liegen.

Soweit wir heute wissen, sind der Getreidebau, der Pflug, die Töpferscheibe, das Segelboot, der Webstuhl, die Kupferverarbeitung, die abstrakte Mathematik, genaue astronomische Beobachtungen, der Kalender, die Schrift und andere Verständigungsmöglichkeiten dauerhafter Art alle etwa zu derselben Zeit entstanden, nämlich um 3000 v.Chr., wobei ein paar Jahrhunderte mehr oder weniger keine Rolle spielen. Abgesehen von Jericho stammen aus dieser Zeit die ältesten heute bekannten Überreste von Städten. Das bedeutete eine einzigartige technische Ausweitung der menschlichen Macht, deren alleinige Parallele wir in unserer Zeit erlebt haben. In beiden Fällen fühlten sich plötzlich so hoch emporgestiegene Menschen wie Götter, zeigten aber wenig Verständnis für ihre eigenen verborgenen mensch-

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lichen Schwächen und ihre Beschränktheit oder auch nur für die neurotischen und verbrecherischen Wesenszüge, die sie häufig ungehemmt auf ihre Gottheiten projizierten.

Trotzdem gibt es einen hervorstechenden Unterschied zwischen dem ersten städtischen und unserem Zeitalter. Unsere Epoche kennt eine Vielzahl sozial ungelenkter technischer Fortschritte, die keinerlei andere Zielsetzung kennen als den Fortschritt von Wissenschaft und Technik. Wir leben geradezu in einer Welt, die vor lauter mechanischen und elektronischen Erfindungen explodiert, so daß ihre Teile sich in rasender Geschwindigkeit immer weiter von ihrem menschlichen Mittelpunkt und von irgendwelchen vernünftigen, autonomen menschlichen Zwecken entfernen. Diese technologische Explosion hat eine ähnliche Explosion der Stadt selber zur Folge gehabt: die Stadt ist aufgeplatzt und hat ihre mannigfaltigen Organe und Organisationen über die ganze Landschaft verstreut. Der ummauerte städtische Behälter ist nicht nur aufgebrochen, sondern ist auch weitgehend entmagnetisiert worden, so daß wir eine Art von Auflösung der städtischen Macht ins Zufällige und Unvorhersehbare erleben. Kurzum, unsere Zivilisation, überwältigt von ihren eigenen Mitteln und Möglichkeiten wie auch von ihrer überströmenden Fruchtbarkeit, entzieht sich jeder Lenkung. Die totalitären Staaten, die rücksichtslos eine Lenkung zu erzwingen suchen, werden ebenso ein Opfer ihrer undifferenzierten Bremsen, wie die scheinbar freieren, zu Tal rasenden Wirtschaftsordnungen ihren durchgegangenen Fahrzeugen ausgeliefert sind.

Gerade das Gegenteil vollzog sich bei der ersten großen Ausweitung der Zivilisation. Anstatt einer Explosion von Kraft gab es damals eher eine Implosion. Die vielfältigen Elemente des Gemeinwesens, die bisher über eine weite Tallandschaft und gelegentlich noch weit darüber hinaus zerstreut gewesen waren, wurden in Anspruch genommen und unter Druck hinter den dicken Stadtmauern zusammengedrängt. Sogar die gigantischen Naturgewalten wurden bewußter menschlicher Lenkung unterworfen. Zehntausende von Menschen wurden unter einheitlichem Kommando wie eine Maschine in Bewegung gesetzt und bauten Bewässerungsgräben, Kanäle, Stadtwälle, Zikkurats, Tempel, Paläste und Pyramiden in Ausmaßen, die bis dahin unvorstellbar gewesen waren. Als unmittelbares Ergebnis der neuen Machtmythologie wurde die Maschine selber erfunden; sie blieb den Archäologen lange verborgen, weil die Substanz, aus der sie zusammengesetzt wurde - Menschenleiber - zerfallen und verwest war. Die Stadt war der Behälter, der diese Implosion zustandebrachte und durch seine Gestalt die neuen Kräfte zusammenhielt, ihre inneren Reaktionen verstärkte und das gesamte Leistungsniveau anhob.

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Diese Implosion ereignete sich in dem Augenblick, als das Gebiet menschlicher Begegnung enorm ausgeweitet wurde: durch Raubzüge und Handel, durch Eroberung und Zugriff, durch Wanderung und Versklavung, durch Steuerbeitreibung und Heere von Zwangsarbeitern. Unter dem Druck einer überragenden Institution, des Königtums, wurde eine Vielzahl gesellschaftlicher Teilchen, die lange getrennt und selbstgenügsam, wenn nicht gar einander feindlich gesinnt gewesen waren, in einem dicht gedrängten Stadtbereich zusammengeführt. Wie bei einem Gas führte der Druck der Moleküle auf begrenztem Raum innerhalb einer Generation zu mehr sozialen Zusammenstößen und Wechselwirkungen, als sonst in vielen Jahrhunderten vorgekommen wären, wenn alle noch in ihren angestammten, nicht begrenzten Wohnorten gesessen hätten. Man kann es auch organisch ausdrücken: Viele kleine Dorfzellen, die undifferenziert und unkompliziert waren, so daß jeder Teil alle Funktionen ausführte, wurden nach einem axialen Prinzip zu mannigfaltigen Strukturen zusammengefaßt, die differenzierte Gewebe und spezialisierte Organe hatten, während ein Teil, das Zentralnervensystem, für das Ganze dachte und es lenkte.

Was hat diese Konzentration und Mobilisierung der Macht ermöglicht? Was hat ihr die besondere Gestalt gegeben, die sie in der Stadt annahm, wo ein religiöser und politischer Kern, die Zitadelle, die gesamte Gesellschaftsstruktur beherrschte und Tätigkeiten, die bis dahin zerstreut und richtungslos gewesen oder bestenfalls von örtlicher Selbstverwaltung bestimmt worden waren, nunmehr zentral leitete? Was ich hier als die entscheidende Entwicklung anführen möchte, hatte sich schon auf einer viel früheren Stufe durch die Entwicklung des schützenden Jägers zum tributheischenden Häuptling angekündigt: eine Gestalt, die uns in ähnlichen Entwicklungsstadien bei vielen späteren Kulturkreisen immer wieder bezeugt wird. Plötzlich nahm diese Gestalt übermenschliche Ausmaße an. Alle seine Befugnisse und Vorrechte wurden unendlich vergrößert, während diejenigen seiner Untertanen, die keinen eigenen Willen mehr hatten und kein vom Herrscher unabhängiges Leben mehr beanspruchen konnten, dementsprechend herabgemindert wurden.

Nun hätte ich kaum die Kühnheit, diese These zu vertreten, wenn nicht Henri Frankfort, einer der glänzendsten modernen Archäologen, die meisten erforderlichen Daten geliefert und diese Schlußfolgerung unbewußt bereits angedeutet oder gar vorausgesehen hätte. Meine These ist, daß bei der Umstellung der dezentralisierten Dorfwirtschaft auf eine hochorganisierte Stadtwirtschaft der wichtigste, treibende Faktor der König oder vielmehr die Einführung des Königtums gewesen ist. Die Industrialisierung und Kommerzialisierung, die wir jetzt mit dem Wachstum der Stadt verbinden, waren

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Jahrhunderte hindurch eine untergeordnete, wahrscheinlich sogar eine spätere Erscheinung; das Wort Kaufmann erscheint in mesopotamischer Schrift erst im zweiten Jahrtausend »und bezeichnet dann einen Tempeldiener, dem es erlaubt ist, außerhalb Handel zu treiben«. Ich gehe noch weiter als Frankfort und meine, daß eine der Eigenschaften des alten ägyptischen Gottes Ptah, die in einer Urkunde aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. überliefert wird - daß er Städte gründete! -, die besondere und nahezu weltweite Funktion der Könige war. Der König steht im Mittelpunkt der städtischen Implosion und ist der Magnet, der alle neuen Kräfte der Zivilisation zum Herzen der Stadt zieht und unter die Herrschaft von Palast und Tempel bringt. Manchmal gründete der König neue Städte, manchmal gestaltete er auch alte Marktflecken um, die schon lange im Ausbau waren, und unterstellte sie der Aufsicht seiner Gouverneure; in beiden Fällen veränderte seine Herrschaft die Städte entscheidend nach Form und Inhalt.

 

  Die erste städtische Implosion 

Diese große städtische Umgestaltung vollzog sich im Anbeginn der überlieferten Geschichte. Als die City endgültig geschaffen wurde, überragte die »kleine City«, die Zitadelle, das Dorf und überwältigte die bescheidenen Dorfbräuche. Eine bloße Vergrößerung seiner Teile konnte das Dorf nicht dem neuen Leitbild der Stadt angleichen; denn die Stadt war ein neues Symbolwort, das nicht nur ein Volk, sondern einen ganzen Kosmos mit seinen Göttern darstellte.

Diese Geschehnisse liegen wiederum vor der Zeit schriftlicher Überlieferung. Wenn aber die frühere Schilderung der Stellung des Jägerhäuptlings zu den benachbarten Gemeinwesen zutrifft, so war die Zitadelle ursprünglich nicht in erster Linie eine wehrhafte Zuflucht für die von »eindringenden Nomaden« bedrohten Dörfler. Als der Krieg zu einer festen Institution wurde, diente das Bollwerk gewiß immer häufiger diesem Zweck; aber die Tatsache, daß die Zitadellen im Gegensatz zu den Dörfern von Mauern umgeben waren, verleiht ihren militärischen Funktionen nicht unbedingt zeitlichen Vorrang. Die früheste Verwendung der Mauer mag sehr wohl religiöser Art gewesen sein: um den heiligen Bezirk des Temenos abzugrenzen und eher böse Geister als feindliche Menschen fernzuhalten.

Soweit die Zitadelle militärischen Zwecken diente, war sie eher ein Stapelplatz, wo des Häuptlings Beute, hauptsächlich Getreide und vielleicht

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auch Frauen, vor örtlichen Raubzügen geschützt war - geschützt also vor den Angriffen aufgebrachter Dörfler. Wer über die jährlichen Ernteüberschüsse gebot, der hatte Macht über Tod und Leben seiner Nachbarn. Die künstliche Erzeugung von Mangel inmitten eines wachsenden natürlichen Überflusses war einer der ersten bezeichnenden Erfolge der neuen Wirtschaftsordnung einer zivilisierten Ausbeutung - eine Wirtschaftsordnung, die den Sitten des Dorfes strikt zuwiderlief.

Ein so plumpes Herrschaftssystem hatte seine natürlichen Grenzen. Die bloße äußere Macht bewirkt selbst dann, wenn sie von planmäßigem Terror gestützt wird, nicht, daß die Waren in einem ungehinderten Strom zu einer Sammelstelle fließen; sie bewirkt schon gar nicht, daß sich ein Gemeinwesen mit voller Kraft einem produktiven Unternehmen widmet. Diese Erfahrung macht früher oder später jede totalitäre Macht, vom römischen Kaiserreich bis zur Sowjetunion. Will eine Regierung willige Fügsamkeit erreichen, ohne allzuviel Kraft auf polizeiliche Aufsicht zu verschwenden, so muß sie den Eindruck erwecken, daß sie wohlwollend und hilfreich sei, und dadurch ein gewisses Maß von Zuneigung, Vertrauen und Anhänglichkeit schaffen.

Bei dieser Umstellung mag die Religion eine wesentliche Rolle gespielt haben. Ohne die Hilfe der aufsteigenden Priesterkaste hätte der Jägerhäuptling niemals die erweiterten Befugnisse und die ordnende Autorität erlangen können, die seine Erhöhung zum König begleiteten und seinen Herrschaftsbereich vergrößerten. Hier wurde die natürliche Entwicklung, die aus einfachen Wirtschaftsgesetzen zu erklären ist, durch eine übernatürliche Entwicklung gefördert, welche Inhalt und Sinn des ganzen Vorgangs änderte. Geistliche und weltliche Macht wuchsen, indem sie die neuen Erfindungen der Zivilisation in sich aufnahmen. Gerade die Notwendigkeit, jeden einzelnen Teil der Umwelt einsichtig zu lenken, verlieh denen neue Autorität, denen entweder die Einsicht oder die Lenkung oblag: dem Priester oder dem Fürsten, die häufig ein und dieselbe Person waren.

Was also brutaler Zwang allein nicht schaffen konnte, was Magie und Ritus allein nicht leisten konnten, vermochten beide zusammen in dem wachsenden Marktflecken auszurichten, indem sie sich gegenseitig verständigten und in einem vorher nie vorgestellten Ausmaß zusammenarbeiteten. Die bescheidenen Fundamente des Dorfes waren in die Erde versenkt worden; die Stadt aber kehrte die dörfliche Wertskala um und stellte die bäuerliche Welt auf den Kopf, indem sie das Fundament in den Himmel verlegte. Aller Augen richteten sich nunmehr himmelwärts. Im Laufe von Jahrtausenden gelang es dem Glauben an das Ewige und Unendliche, an das Allwissende und Allmächtige, dem menschlichen Dasein erhabenere Möglichkeiten zu schaffen.

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Diejenigen, welche die Stadt am höchsten priesen, ließen sich durch die animalischen Schranken des menschlichen Daseins nicht vom Ziel abbringen, sondern versuchten, sich bewußt durch eine gesammelte Willensanstrengung darüber zu erheben.

Wann sich das alles abgespielt hat, vermag niemand zu sagen. Fraglos hat es viele vorübergehende oder nur Teile berührende Verbindungen zwischen Bollwerk und Tempel gegeben, ehe sie eins wurden. Es ist jedoch bezeichnend, daß »Heiligtümer in den Dörfern vorschriftlicher Zeit in Mesopotamien den Mittelpunkt bildeten« (Childe). Irgendwann muß das Heiligtum in die Zitadelle gezogen sein, oder die heiligen Grenzen des Tempels müssen um das Bollwerk herumgezogen worden sein und auch dieses zu einem heiligen, unverletzlichen Bezirk gemacht haben.

Jedenfalls rindet der Archäologe, wenn er mit dem Spaten eine erkennbare Stadt ausgräbt, einen ummauerten Bezirk, eine Zitadelle, auch dann, wenn der übrigen Stadt Mauern oder dauerhafte Gebäude noch fehlen. Das gilt von Uruk bis Harappa. Innerhalb dieses Bezirks findet er gewöhnlich drei große Stein- oder Ziegelbauten, deren Größe sie allein schon von andern Bauwerken der Stadt unterscheidet: Palast, Kornhaus und Tempel. Die Zitadelle trägt viele Kennzeichen eines heiligen Bezirks. So steht die übertriebene Höhe und Dicke dieser Mauern in den frühesten Städten -fast fünfundzwanzig Meter dick in Chorsabad - unverkennbar in keinerlei Verhältnis zu den damaligen Möglichkeiten eines militärischen Angriffs. Nur für ihre Götter unternehmen die Menschen so gewaltige Anstrengungen. Hingegen mag sehr wohl das, was zunächst nur eines Gottes Gunst gewinnen sollte, sich später als wirksamer Schutz bezahlt gemacht haben. Der symbolische Zweck ist wahrscheinlich älter als die militärische Funktion, insoweit stimme ich mit Mircea Eliade überein.

In der Periode, als dieses Bündnis zwischen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Mächten im Entstehen war, hatten sich viele spätere Unterschiede noch nicht herausgebildet. Wir dürfen eine beträchtliche Frist ansetzen, ehe das Königtum seine endgültigen, aufgeblähten Ausmaße annahm. Zunächst waren Häuptling, Medizinmann, Zauberer, Prophet, Astronom, Ältester und Priester keine getrennten Funktionen oder Kasten; ihre Pflichten überschnitten sich, und dieselbe Person spielte verschiedene Rollen. Selbst noch in ziemlich später geschichtlicher Zeit haben Könige bereitwillig die Führung von Nationalkirchen übernommen, während Bischöfe und Päpste Städte regiert und Armeen angeführt haben. Zu irgendeiner Zeit hat aber eine fühlbare Rangerhöhung von Herrscher und Priester stattgefunden, wahrscheinlich nach 3000 v. Chr., als eine ähnliche Ausweitung menschlicher Macht auf andern Gebieten zustandekam.

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Gleichzeitig kam es zu beruflicher Differenzierung und Spezialisierung auf allen Gebieten. Im Gegensatz zur Dorfgemeinschaft ist die frühe Stadt eine Kastengesellschaft, die zugunsten einer herrschenden Minderheit gegliedert und nicht mehr ein Gemeinwesen bescheidener Familien ist, die sich gegenseitig durchhelfen.

An diesem Punkt beanspruchte und erhielt die königliche Macht übernatürliche Weihen. Der König wurde zum Mittler zwischen Himmel und Erde und verkörperte in seiner Person Leben und Sein von Land und Volk. Manchmal wurde der König von der Priesterschaft ernannt, aber selbst wenn er ein Usurpator war, bedurfte er eines Zeichens göttlicher Gunst, um erfolgreich kraft göttlichen Rechts herrschen zu können. Das alte Königsregister von Sumer stellt fest, daß »das Königtum vom Himmel herabgekommen« sei. Die fünf von der Gottheit eingesetzten Könige erhielten fünf Städte »an reinen Orten«: Erion, Badtbira, Larak, Sippar und Schuruppak, die alle zu Kultstätten bestimmt waren.

Deutet das alles nicht auf eine Verschmelzung von weltlicher und geistlicher Macht hin? Und führte nicht diese Verschmelzung, ähnlich wie bei einer Kernreaktion, zu einer im übrigen unerklärlichen Explosion menschlicher Energie? So scheint es in der Tat gewesen zu sein. Als Kisch im Kampf geschlagen wurde, so berichtet uns das Königsregister, wurde das Königreich in den heiligen Bezirk von Uruk verlegt, wo der neue Herrscher, der Sohn des Sonnengottes Utu, zugleich Hoherpriester und König wurde. Aus solcher Vereinigung entstanden, wie ich meine, die Kräfte, welche die elementaren Bestandteile der Stadt zusammenfaßten und in eine neue Form gössen, die offensichtlich größer und ehrfurchtgebietender war als irgendein anderes Menschenwerk. Nachdem diese beträchtliche Ausweitung einmal stattgefunden hatte, entschieden die Herren der Zitadelle nicht nur über das Schicksal der Stadt, sondern gaben der Zivilisation ihr neues Gepräge; diese brachte das Höchstmaß an sozialer und beruflicher Differenzierung, das sich mit der fortschreitenden Vereinheitlichung und Verschmelzung vereinbaren ließ. Das Königtum mehrte die Aufgaben der Priesterschaft und gab dem geistlichen Stand eine beherrschende Stellung in der Gemeinschaft. Diese fand ihren Ausdruck in großen Tempeln, zu deren Errichtung nur Könige die nötigen Mittel besaßen. Die Priesterherrschaft maß die Zeit, umgrenzte den Raum und prophezeite Ereignisse im Ablauf der Jahreszeiten. Wer Zeit und Raum gemeistert hatte, konnte auch große Menschenmassen lenken.

So entstand nicht nur die Priesterschaft, sondern gleichzeitig eine neue Klasse von Intellektuellen: Schriftgelehrte und Doktoren, Zauberer und Wahrsager und dazu »die Palastbeamten, die in der Stadt wohnen und den Göttern einen Eid geleistet haben«, wie Georges Contenau aus einem Brief zitiert. Als Entgelt für ihre Unterstützung gewährten die frühen Könige

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