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6  Die große Ungerechtigkeit — soziale Strukturen

 

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        Ein paar Worte als Einführung. Mit Sozialstruktur bezeichnet man die soziale Schichtung in einer Gemeinschaft oder, sarkastisch gesagt, in einer Zwangsgemeinschaft, wie es die Gesellschaft ist, in die einer hineingeboren wurde, der Einzelne hat sich das ja nicht ausgesucht. Natürlich ist Schichtung ein Begriff, der mit Hierarchie zu tun, etwa Arbeiter und Unternehmer, die Armen und die Reichen. Genau das ist das heißeste Merkmal der sozialen Rangordnung, das Geld, über das jemand verfügt. Geld (Einkommen, Vermögen), Beruf, Macht, Ausbildung und sexuelle Attraktivität, das sind die wesentlichen Dimensionen, die die Position eines Menschen innerhalb seiner Gemeinschaft ausmachen, wobei die sexuelle Attraktivität eines Menschen im Alltag zwar überhaupt nicht, in sozialwissenschaftlichen Analysen hingegen stets unter den Tisch fällt.

Seit vielen Jahren wird das herkömmliche Sozialstrukturmodell der Sozialwissenschaften, das sich an den klassischen Dimensionen Einkommen, Berufstätigkeit, sozialer Status und formale Ausbildung orientierte, gern durch ein ökonomisches Verständnis ersetzt, das sich ausschließlich am Erwerbseinkommen orientiert. Zur Mittelschicht gehört dabei, wer mit seinem Äquivalenz-Nettoeinkommen oberhalb von 70 Prozent und unterhalb von 150 Prozent des Medianeinkommens liegt. Darüber ist man Oberschicht, darunter Unterschicht (Erläuterung in der Fußnote).85

Rund 60...

  • 83 Beim Äquivalenzeinkommen geht man davon aus, dass es in den privaten Mehrpersonenhaushalten Skaleneffekte gibt. Das heißt, wenn zwei Personen miteinander leben, wird es für beide billiger. Man braucht nur einen Kühlschrank, ein Auto usw., zwei Personen kosten damit nur 1,5mal so viel wie eine jeweils allein. Früher gab es länderweise etwas...