Ruth Hoffmann

Stasi-Kinder

Aufwachsen im
Überwachungsstaat

 

2012 bei Propylän
2013 bei List

Stasi-Kinder - Aufwachsen im Überwachungsstaat (2012) Von Ruth Hoffmann

2012  

320 Seiten

ruth-hoffmann.de 
*1973 in Hamburg

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Dass der Staatssicherheitsdienst der DDR die Menschen in Ostdeutschland umfassend observierte, kontrollierte und schikanierte, ist bekannt.

Weitgehend unbekannt ist, in welchem Maße das Klima aus Misstrauen und Angst auch die eigenen Familien der Stasi-Mitarbeiter betraf.

Auf der Grundlage zahlreicher Quellen zeigt die Journalistin Ruth Hoffmann erstmals, wie sich die beklemmende Atmosphäre der Totalüberwachung auf den Familienalltag der Stasi-»Hauptamtlichen«, vor allem auf die betroffenen Kinder ausgewirkt hat.

 

INHALT

Einleitung 7

  • Gehorchen 11  + Exkurs: Unterdrückung im Dienste des Friedens - der Apparat 32

  • Erwachen 39  +  Exkurs: Geschlossene Gesellschaft - die hauptamtlichen Mitarbeiter 65

  • Aufgeben 71  +  Exkurs: Diszipliniert - die überwachten Überwacher 87

  • Verraten 93   +  Exkurs: Über dem Durchschnitt - Gehälter und Privilegien 131

  • Erkennen 135   +  Exkurs: Kalte Krieger-Männerbund Stasi 152

  • Zweifeln 155   +  Exkurs: Kollegen unter sich - Stasi-Wohngebiete 174

  • Widerstehen 177

  • Funktionieren 201  +  Exkurs: Nichts ist privat - Liebe und Partnerschaft beim MfS 214

  • Suchen 219

  • Verdrängen 253  +  Exkurs: "Kühler Kopf und saubere Hände": Das Selbstbild der Tschekisten 263

  • Abhauen 267

  • Leben 283

Anmerkungen 305     Literatur 311    Danksagung 317    Bildnachweis 319 

 

  

 

„Wer denkt, dass die ARD-Serie ‚Weißensee’ nur Fiktion ist, findet in Ruth Hoffmanns Buch ‚Stasi-Kinder’ die reale Erzählung von Menschen, deren Eltern bei der Stasi waren. Differenziert, klug beobachtet und faktisch umfassend.“  ---  Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen

„Hervorragend geschrieben und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.“ --- Deutschlandfunk

 

Ihr Job war es, das Volk durch Angst unter Kontrolle zu halten und jede Aufmüpfigkeit im Keim zu ersticken. Zuhause hielten es die Stasi-Offiziere nicht anders, schließlich hatten sie sich als hauptamtliche Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) dem lebenslangen Kampf gegen die Feinde des Systems verschrieben – auch in den eigenen vier Wänden.

Solange sie klein waren, ließen sich die Kinder meist noch steuern. Gingen zu den Pionieren, später dann zur FDJ, schwenkten am 1. Mai rote Fahnen und glaubten an den „Friedensstaat DDR“. Mit der Pubertät aber bekam die sozialistische Idylle erste Risse: Die Jugendlichen fingen an, Fragen zu stellen, hörten Musik vom „Klassenfeind“, weigerten sich, am Wehrkundeunterricht teilzunehmen oder trafen sich mit Freunden, deren Eltern nicht in der Partei waren. Das führte in vielen Familien zu massiven Konflikten, weil es die berufliche Existenz der Väter bedrohte. Jedes Abweichen von der Norm fiel auf ihn zurück und musste daher rigoros geahndet werden.

Um ihre Karriere nicht zu gefährden, erstatteten viele MfS-Offiziere Bericht über ihre Kinder – die Akten sind voller erschütternder Dokumente solch innerfamiliären Verrats.

Wenn die Tochter oder der Sohn eine „staatsfeindliche“ Haltung an den Tag legte, sich beispielsweise in Kirchenkreisen bewegte, ausreisen wollte oder einen Fluchtversuch wagte, stellte das MfS seine Mitarbeiter vor die Wahl: wir oder das Kind.

Die meisten entschieden sich für „die Firma“ und sagten sich offiziell vom abtrünnigen Nachwuchs los: Das eigene Kind, der Feind.

 

 Lesebericht   https://gedenkbibliothek.de/download/Ruth_Hoffmann_Stasikinder._Auwachsen_im_berwachungsstaat_vom_05._02._2013.pdf

 

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