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1
Die Problematik von Opfern und Tätern (12) 2
Zur Geschichte der Kindheit und
des Kindseins (21)
3
Unsere Identität (32) Wie wir den Verlust unseres Mitgefühls
kompensieren (32) Warum wir Feinde benötigen (33) Das Werden von
Bewußtsein (35) Das Bewußtsein ist von der Art der
Entwicklung des Selbst abhängig: Die existentielle Not unserer
Einsamkeit (40) Der Geschlechterkampf als Ausdruck eines
unzulänglichen Selbst (43) Shakespeares »Hamlet« als Kommentar
über das reduzierte Bewußtsein des Mannes (44)
4
Sprache, Bewußtsein und die linke und rechte Gehirnhemisphäre (47)
5
Der entfremdete Körper (59)
6
Angst und Identitätsverlust (65)
7
Das Phänomen Gleichgültigkeit (73)
8
Narzißmus und Identität (80)
Narzißmus (80) Identität (82)
9
Die Identifikation mit dem Aggressor: Die Grundlage unserer
Zivilisation (85)
Die frühe Erfahrung der Hilflosigkeit
führt zur Entdeckung des Todes (85) Grenzen setzen und
verletzen (87) Lernen (89) Grenzverletzungen:
Fallgeschichten (92) Wenn Angst in Geborgenheit
umkippt (96) Wenn Aggression sich gegen das Selbst
richtet (98) Überlebensstrategien gegen die
Nicht-Anerkennung (100)
10
Moralität und Menschsein (104)
Die Unerträglichkeit von
Schuld (104) Schuld und Scham (111) Das Gewissen und
das Über-Ich (115) Wie Kinder Schuld übernehmen:
Fallgeschichten (117) Opfersein und
Schuldgefühle (123)
11
Der Verstoß gegen die Liebe ist das grundsätzliche Verbrechen
(128)
Bestrafung (128)
Scham (132) Scham und Selbstverrat:
Fallgeschichten (137) Der Mythos von der absoluten
Elternliebe (142)
12
Opfersein als Tarnung des Sterbens (146)
13
Beziehung und Bindung sind nicht dasselbe (152)
Der Rebell und der
Angepaßte (156) Linke und rechte Rebellen (159)
14
Ideale und Idealisierungen und deren politische
Konsequenzen (163)
15
Karl Marx (168)
16
Unsere Kinder und die Umkehr: Wahrheit wird böse und die Lüge
gut (170)
17
Die Wissenschaft und das Primitive (179)
Das Primitive (179) Die
Ambivalenz (185) Primitiv ist nicht gleichbedeutend mit
Paradies (185) Wissenschaft als Ausdruck unserer Entfremdung
von uns selbst (187) Der Begriff der Entwicklung im Hinblick
auf die vermeintliche Biologie der geistigen Krankheit (192)
Die Wissenschaft und die Verneinung des Schmerzes (198)
18
Unsere Angst ist anders als die der Primitiven (205)
19
Unser geschichtliches Bewußtsein (210)
20
Terrence DesPres und die Überlebenden: Würde und Nicht-Sein führen zum
Überleben (213)
Ein Diskurs über Menschsein und
Schizophrenie (213) Der Kampf gegen Hoffnungslosigkeit ist ein
Ringen um das Selbst (216) Der Überlebende und der
Schizophrene (222) Nochmals: Der Überlebende, der
Schizophrene, der Primitive, die Wissenschaft und die
Politik (227)
21
Das Ringen um das Nicht-Sein: Patienten beschützen
sich (235)
Das Ringen darum, nicht zu
sein (235) Fallbeispiele (238) Arkin (238) Doris
(239) Hans (240) Eva (241) Barbara (250)
22
Der magische Besitz des Kranken (253)
Die »Wirklichkeit«: Der Tod eines
Menschen. Ein Fallbeispiel (258) Ein literarischer
Fall (259)
23
Opfersein als Sinn des Lebens und als Basis unserer Gewalttätigkeit
(262)
Opfersein: Fallbeispiele (262)
Bella (262) Axel (263) James (265) Opfersein als
Basis der Gewalttätigkeit (265)
24
Nicht-Liebe und Nicht-Identität: Die
Konsequenzen für die Gesellschaft (267)
Die gute und die böse Mutter
(267) Wir suchen Befriedigung, wo sie nicht sein
kann (271) Die gesellschaftlichen Konsequenzen (273)
25
Was
ist Geschichte? Was tun? (276)
Verlagstext:
»Das
Mitgefühl ist die in uns eingebaute Schranke zum Unmenschlichen. Mit
seiner Unterdrückung und Verzerrung ist die Geschichte unserer
Zivilisation nicht nur verflochten, sie ist ihr Fundament. Es ist die
Geschichte des Mitgefühls, seiner Entwicklung und seines Schicksals,
der dieses Buch gewidmet ist.«
Um
unser Mitgefühl ist es schlecht bestellt. Woran liegt das? Es geht, so
zeigt das Buch, um die Art, wie wir aufwachsen, um die Geschichte unserer
Kindheit. Es geht um den Terror, dem Kinder ausgeliefert sind, und um das
Umkippen dieses Terrors: Am Ende werden in unserer Zivilisation jene
idealisiert, die kalt sind und die das Kind — und das Kind in sich
selbst — nicht mehr wahrnehmen können. Die politischen Folgen sind
katastrophal: Menschen entwickeln keine eigene Identität, sie
identifizieren sich mit der Macht oder den Mächtigen.
Jedoch
verlieren Menschen, die eine fremde Identität aus der Identifikation mit
Macht und ihren Symbolen beziehen — ein Musterbeispiel ist der
Faschismus von rechts oder links —, das Fundament ihres Menschseins. Vor
allem wenn — wie heute — unsere Gesellschaften bedroht sind vom Chaos
und den Auswirkungen der globalen Wirtschaftsentwicklung, droht der
Ausbruch neuer Gewalt.
Erst
aus dem Vergleich mit primitiven Kulturen, aus erschreckenden Berichten
von Überlebenden der Todeslager und aus der Beschäftigung mit den
sogenannten seelisch Kranken entwickelt das Buch Alternativen:
Es
könnte Wege geben, sich der Politik der Gleichgültigkeit bewußt zu
werden und einen Ausweg aus der Sackgasse zu immer mehr Gewalt und
weniger Mitgefühl zu finden.
278
Danksagung, Zürich,
Juni 1997
Dieses
Buch ist vor allem meinen Patienten gewidmet. Ihr Ringen um persönliche
Wahrheit hat jeden Tag mit ihnen zu einem neuen Erlebnis gemacht.
Viele
andere haben auch mitgewirkt:
Monika
Nienstedt und Arnim Westermann haben mir wichtige und zentrale Denkanstöße
über die Lage unserer Kinder gegeben; Franz Wurm mit Ideen über des Menschen
aufrechten Gang; Marie Louise Brütsch mit ihrer Hilfe bei der Übersetzung
von George Trows Essay über Hamlet; Jörg Wichmann mit DesPres' Huldigung
aller Überlebenden; Monika Binkert und Louise Naef-Greber mit der ersten
Überarbeitung des Manuskripts; und meine Lektorin Hannelore Roeckelein mit
ihrem wertvollen Einsatz, meine Ideen und meinen Stil dem Leser zugänglicher
zu machen.
George
Trow speziellen Dank dafür, daß er mir erlaubte, seinen Hamlet-Essay zu
gebrauchen, und Ignacio Ramonet von »Le Monde diplomatique« für den
seinigen. An dieser Stelle möchte ich auch George Wald dafür danken, daß
ich seine persönlichen Zeilen an mich über unser Bewußtsein
veröffentlichen kann. Gertrud Hunziker-Fromm hat mir grundlegende Auslöser
für diese Arbeit durch ihre mitfühlende Begleitung während dieser ganzen
Zeit gegeben. Und meine Frau Simone gab mir die Unterstützung und das
Verständnis, welche ich brauchte.
Zuletzt
— »but not least« — danke ich meinem Freund Helmut Holzapfel für seine
moralische Unterstützung bei diesem Vorgehen. Die endgültige Fassung dieses
Buchs verdankt seinem Verständnis meines Anliegens und
meines Schreibens auf deutsch, aber doch englisch denkend, unermeßlich
viel.
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