wikipe Dietrich Dörner *1938 in Berlin
aus wikipedia-2025
Dörner gehört zu den ersten Psychologen, die in ihrer Forschung computergestützte Mikrowelten entwarfen, um innerhalb dieser Simulationen das Entscheidungsverhalten von Menschen in Unbestimmtheit und Komplexität zu untersuchen. Er beschäftigte sich unter anderem im Bereich der künstlichen Intelligenz mit der Modellierung und Simulation von Emotionen, Absichts- und Handlungsorganisation.
Bekannt wurde sein „EMO-Projekt“, in dem ein emotionaler Roboter programmiert und simuliert wurde; das Nachfolgeprojekt heißt „PSI“.
Dörner arbeitete auch mit einer Simulation von Populationen („Mäuse“), in der sämtliche Individuen nach seiner Theorie konzipiert waren. In seinem Buch über die Logik des Misslingens zeigte er, dass der Versuch, Entscheidungen allein auf logischer Basis zu treffen, scheitern muss.
Dörner entwickelte psychologische Theorien menschlichen Handelns und Fühlens, testete sie durch Umsetzung in Simulationssoftware und verglich die Ergebnisse mit dem Handeln realer Menschen. Dazu entwickelte er das „Tanaland“-Experiment, mit dessen Hilfe menschlicher Einfluss in komplexen Systemen untersucht werden kann. Es ging hierbei um eine fiktive afrikanische Region, deren Einflussgrößen durch Entwicklungshilfe verändert wurden. Dies hatte folgende Konsequenzen:
Die spätere Umsetzung in Software zwingt zur Entwicklung klarer Theorien, denn nur eine eindeutig formulierte Theorie kann in Software umgesetzt werden.
Die psychologische Theorie kann fundiert getestet und damit evaluiert werden. Dadurch werden fehlerhafte oder unvollständige Ansätze schnell entlarvt und ein Prozess der schrittweisen Verbesserung der Theorie angestoßen.
Auf Basis seiner Forschung zum Lösen komplexer Probleme stellte er die These auf, dass Leistungen in etablierten Intelligenztests nicht ausreichend seien, um komplexe Problemsituationen erfolgreich zu bewerkstelligen, sondern vielmehr eine „operative Intelligenz“ notwendig sei. Damit löste er vor allem in der differentiellen Psychologie einen langjährigen Diskurs aus, ob es eine eigenständige Fähigkeit zum Lösen komplexer Probleme gibt.[5] Vor allem die Arbeiten von Heinz-Martin Süß haben dabei starke Evidenz gegen das Konzept der „operativen Intelligenz“ geliefert.
2011 analysierte er (gemeinsam mit C. Dominik Güss) auf der Basis seiner Handlungstheorien die Fehler der militärischen Entscheidungen von Adolf Hitler. Unterschätzung des Gegners, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, Verschiebung der Verantwortung auf Sündenböcke und fehlende Methoden beim Entscheidungsprozess führen nach dieser Untersuchung unvermeidbar zur Selbstüberschätzung. Beide Autoren übertrugen ihre Erkenntnisse auf ein Theoriemodell, das helfen soll, solche Fehler zu vermeiden.