Hannes und Kerstin Alfvén
Die Menschheit
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1969 *1908 167+7 Seiten |
Lauterburg-1998 Kennedy-1967 |
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detopia-2024: Das Buch wurde (leider) nicht direkt übersetzt (aus dem schwedischen ins deutsche). Es ist anzunehmen, dass die erste Übersetzung für den US-Markt "lässig-amerikanisch" war; daher wirkt auch der vorliegende Text manchmal lapidar und redundant.
Ein weiteres Merkmal ist die doppelte Autorenschaft: Ein Physiker (mit Nobelpreis) und eine Soziologin (seine Ehefrau). Durch letztere werden politische und gesellschaftliche Bezüge eingebracht, die ich sehr richtig finde - und sehr wichtig und auch ewig aktuell (wie etwa: "Die zunehmende Unwissenheit").
Und der Physiker war Nobelpreisträger und galt damals als Autorität. Und es wurde auch anerkannt, dass er seinen Ruf auf Spiel setzt, wenn er sich in die Gesellschaft einbringt.
Ein weiteres Merkmal ist das (frühe) Erscheiningsjahr. Damals gab es kaum solche (Volks-) Bücher (kurz und billig), die versuchten, das Kleine und Große (z.B. die "Alienfrage") gleichermaßen zu beachten. (Das Eingebettetsein in Kosmos und Vergangenheit.) Man könnte Alfven-1969 mit Picht-1969 vergleichen und vergleichend auswerten.
Ein weiteres Merkmal ist, dass es eine europäische Wortmeldung ist. Es gab zwar zur jener fernen Zeit weitere "europäische Zukunftsforscher", aber sie wurden nicht allgemein angehört, sondern nur in den Subkulturen mit entsprechenden Kleinmedien. (Jungk, Flechtheim, Löbsack).
Ein weiteres Merkmal ist, dass Alfven schon "die Untergangsfrage" stellt, und zwar in einem weiteren Sinne, als "nur" bis dahin die Atomkriegsfrage.
Naja, vielleicht überschätze ich das Buch und die mögliche Bildungs-Wirkung damals. (Bin ja kein Hünemörder). Denn andererseits erschien ja schon Mumford-1956, Mumford-1961 und 1966 der erste Teil von "Mythos der Maschine" - also schon viel "größere" tiefere Bücher mit ähnlichem Anspruch (die Herkunft der Weltprobleme dem Volk zu erklären).
Eine ruhige Weltschau eines politisch neutralen Nobelpreisträgers für Physik. Ein zeitloses Buch, das weiterhin das Lesen lohnt. Mit Betrachtungen über Urknall und Außerirdische, Opti- und Pessimisten, Politiker und weiteren Schmankerln. Im Stil mit Flechtheim 1987 vergleichbar.
Modernen "Kollapswissenden" wird das Buch zu oberflächlich und unaktuell sein. Aber mir gefallen solche knappen Übersichten und Gesamtschauen mit wenig Detailballast; um das Prinzipielle im Blick zu behalten. Man begreife auch das Erscheinungsjahr. In den 20 Jahren nach den europäischen Krieg war alles mit Heimkehr und Wiederaufbau beschäftigt. Das westliche Volk musste erstmal und erstmals seinen Blick wieder weiten.
Dann war wichtig, dass es ein europäisches Buch war; mal nicht aus Nordamerika. Und: Der Autor kannte die UdSSR, war kein Kommunist, kein Antikommunist, kein Biologe, Soziologe, Umweltjournalist, usw; also ein "Quereinsteiger", ein "Generalist", der sich den Mut nahm, sich einzumischen; also ähnlich Huxley, zehn Jahre vorher (1958) oder Gruhl, sechs Jahre später.
Jedenfalls lehnen sich die Alfvens mutig aus dem Fenster. Aufbruchstimmung der 60er Jahre, im Jahr von Woodstock und Mondlandung. Die Alfvens aus Schweden ähnelt vom Typ her Galtung aus Norwegen. Das mag an der "nördlichen Nähe" zur UdSSR gelegen haben (auch vom Klima und Landschaft her). |
Inhalt
Anmerkungen (168)
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Editionen
Originaltitel auf schwedisch: M-70
Verlagstext:
Wenn dem ersten Lungenfisch die Sonnenstrahlen zu heiß waren oder der Wind zu kalt, hatte er die Wahl, ins Wasser zurückzukriechen und sich vor diesen Unbilden in Sicherheit zu bringen. Wo aber finden wir Schutz vor etwas, das mehr Energie ausstrahlt als tausend Sonnen, oder vor dem todbringenden, mit radioaktivem Strontium verseuchten Wind? Als die biologische Evolution mit dem schnelleren Strom der kulturellen Evolution verschmolz, ließen wir uns auf ein Abenteuer ein, das entweder erfolgreich oder mit einer Katastrophe enden wird; das Ergebnis hängt ausschließlich von uns selbst ab. Wir haben die Wahl. <M-Siebzig – Die Menschheit der siebziger Jahre> ist alles andere als selbstzufriedene, fortschrittsgläubige Bestandsaufnahme, sondern ein »Schuß vor den Bug« eines die Menschheit tragenden und von Menschen gesteuerten Schiffes, das längst Gefahr läuft, noch vor Anbruch des nächsten Jahrhunderts an den Klippen im Strome der kulturellen Evolution zu zerschellen. Die Kernfrage dieses Buches lautet: Wird die Menschheit sich selbst auslöschen oder wird sie das Steuer früh genug herumreissen können? |
"Wenn unsere Symbiose mit der Technologie sich erfolgreich entwickelt, wird unser Leben so reich an Möglichkeiten sein, wie wir es uns kaum jemals erträumten. Mißglückt die kulturelle Transformation aber, wird unsere Art an den Folgen von Atomexplosionen oder allgemeiner Vergiftung zugrunde gehen." (Seite 38)
Autoren
Kerstin Alfvén, Familien-Soziologin, ist die Ehefrau Hannes Alfvéns. Lehraufträge in Schweden und in den Vereinigten Staaten. Hannes Alfvén ist Professor für Plasmaphysik an der Königlichen Technischen Hochschule Stockholm und an der amerikanischen University of California, San Diego. - 1970 wurde ihm in Anerkennung seiner Forschungen auf dem Gebiet des Hydromagnetismus der Nobelpreis für Physik verliehen. 1971 zeichnete ihn die Sowjetische Akademie der Wissenschaften für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Plasmaphysik und der Astrophysik mit der Lomonosov-Goldmedaille aus. Im gleichen Jahr erhielt er die Goldmedaille des Franklin-Institutes. - Hannes Alfvén ist Mitglied u.a. der American Academy of Arts and Sciences und der sowjetischen Akademiya nauk. Seine wichtigsten Veröffentlichungen: Cosmical Electrodynamics (1950) Origins of the Solar Systems (1954) Cosmical Electrodynamics, Fundamental Principles (1963) Kosmologie und Antimaterie (1969) Atome, Mensch und Universum (1971) |

